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Im Schloss hängt der Haussegen schief

Bergedorf. In 19 Tagen beginnt mit dem Museumsratschlag das wichtigste Zukunftsforum für das Museum im Schloss. Denn das Bergedorfer Wahrzeichen steckt im Strudel der chronisch unterfinanzierten Hamburger Museumslandschaft. Doch ausgerechnet jetzt hängt im Schloss der Haussegen schief.
Ausgerechnet kurz vor dem Zukunfts-Workshop für das Museum im Schloss eskaliert der Streit.
Foto: Schütt
Ausgerechnet kurz vor dem Zukunfts-Workshop für das Museum im Schloss eskaliert der Streit.
Museumsleiter Dr. Olaf Matthes hat seinem gesamten Team untersagt, mit unserer Zeitung zu sprechen. Auch seiner Stellvertreterin Dr. Christel Oldenburg – immerhin kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion und langjährige Deputierte der Kulturbehörde.
Ursache sind unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des Museums. Während Matthes das Augenmerk auf wissenschaftlich fundierte Ausstellungen legt, halten andere Publikumsmagneten wie die aktuelle Ausstellung des Pressefotografen Egon Klebe für wichtiger, die Bergedorf in den 50er- bis 80er-Jahren zeigt. Einen kalten Wind spüren auch viele Mitglieder des Vereins der Freunde des Museums. Niemand traut sich noch, offen eine andere Meinung als Dr. Matthes zu vertreten.

Ägyptologe Dr. Matthes in der Kritik

Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings die Frage diskutiert, ob dieser Forscher mit den Spezialgebieten Ägyptologie, griechische und römische Geschichte als Chef eines Heimatmuseums tatsächlich die richtige Besetzung ist. Ob das Klingeln der Kasse nicht wichtiger ist, als wissenschaftlich anspruchsvolle Ausstellungen. Eine Einschätzung, die sich im Spendenverhalten unübersehbar niederschlägt: Zwar geben sich die Bergedorfer sehr freigiebig, um ihr Museum zu erhalten – aber fast jede Überweisung an den Verein der Freunde wird an einen konkreten Verwendungszweck gebunden. Favoriten sind neue Stühle für den Schloss-Innenhof und eine publikumswirksame Schau unter dem Titel „Vom Städtchen zur Stadt“.
Wunschprojekte des Museumsleiters, wie eine Schau des Vierlanden-Malers Hermann Haase (1862-1934), bleiben da auf der Strecke. Denn Ausstellungen sind gegenwärtig nur noch möglich, wenn Sponsoren Geld dafür geben.
Beim Museumsratschlag wird trotzdem Dr. Olaf Matthes derjenige sein, der einem Kreis von 50 geladenen Gästen aus diversen Bergedorfer Institutionen ein Zukunftskonzept für das Museum im Schloss vorlegt. Auf dieser Grundlage sollen dann Arbeitsgruppen aus der Runde an Details feilen. „Ziel ist es, der Kulturbehörde und der Stiftung Historische Museen Hamburg ein Konzept vorzulegen, wie sich die Bergedorfer die Zukunft dieses Hauses vorstellen“, hofft Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp.
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