Gesundheitswirtschaft
Pflege-TÜV: Super-Noten für drei Bergedorfer Pflegeheime
Dienstag, 31. August 2010 20:22
- Von Anne K. Strickstrock
Bergedorf. Mehr Transparenz und Qualität in der Pflege verlangt der Gesetzgeber. Und so ruft der „Pflege-TÜV“ auch schon mal morgens um acht Uhr an und sagt: „In einer Stunde beginnen wir mit der Kontrolle.“

Foto: Johanniter
Besonders in der Altenpflege hat fachkundiges Personal gute Aussichten auf einen Job.
Stundenlang überprüfte das Team vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) das erst im April 2009 eröffnete Elim Seniorenzentrum. In vier Bereichen wurden 64 Teilnoten vergeben: Pflege und medizinische Versorgung wurden begutachtet, der Umgang mit Demenzkranken, die soziale Betreuung und der Bereich „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene“. Bei einer Hamburger Gesamtnote von derzeit 2,3 kann Heimleiter Pastor Jens Jokisch sich über die Note 1,2 besonders freuen: „Wir sind ganz dankbar, so eine jährliche Prüfung ist wirklich gut.“
Inzwischen wurden sechs von neun Bergedorfer Pflegeheimen kontrolliert – auch, wenn die Note 1,2 für das Moosberg-Heim noch nicht unter www.pflegelotse.de nachzulesen ist. Heimleiterin Kerstin Jaffé ist zufrieden: „Das war sehr konstruktiv und kooperativ, wir freuen uns über die Supernote.“
Damit sind die beiden Häuser auch die besten im Bezirk, denn wie berichtet, schnitt die Behrmann-Stiftung mit der Note 1,5 ab, erhielt das Carl-Kellinghusen-Heim eine 2,5, eine glatte drei bekam St. Klara und das Haus Johannes XXIII. eine 3,2 als Gesamtnote. Das Cura-Seniorenzentrum wurde zwar auch schon geprüft, „aber bislang haben wir noch kein Ergebnis mitgeteilt bekommen“, sagt Pflegedienstleiterin Marita Pahl. Dem Wilhelm-Leuschner-Heim und der Altenpension Phillipps steht der „Pflege-TÜV“ noch bevor.
Sie alle aber sind darauf bedacht, qualifiziertes Pflegepersonal zu haben – und sind ständig auf der Suche: Von den derzeit 580 freien Stellen, die Arbeitsamtschef Ulf Fock verwaltet, sind ein Viertel in den Gesundheitsberufen zu finden: „Besonders Altenpfleger werden wirklich händeringend gesucht.“ Wer Interesse hat, kann sich am 10. und 11. September auf der Pflegebörse des Berufsbildungswerks in Farmsen umtun, August-Krogmann-Straße 52.
Gleich heute eröffnet Gesundheitssenator Dietrich Wersich in der Hamburger Innenstadt den „Gesundheitswirtschaftskongress“ und weist darauf hin, dass die Branche längst ein wichtiger Motor für Wirtschaft und Beschäftigung ist. Immerhin 100.000 Beschäftigte zählt die Hansestadt in diesem Bereich, davon arbeiten etwa 30.000 Menschen in Krankenhäusern, 20.000 in der Langzeitpflege. Hinzu kommen 5400 Ärzte und rund 500 Unternehmen der Medizintechnik.
Bundesweit, so das statistische Bundesamt, ist jeder neunte Arbeitsplatz dem Gesundheitswesen zuzurechnen. Mit Gesamtausgaben von 263,2 Milliarden Euro war die Gesundheitswirtschaft im Jahr 2008 der größte Sektor der deutschen Volkswirtschaft.
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