Ausstellung
Bergedorf rüstet sich gegen rechte Gewalttäter
Dienstag, 31. August 2010 19:05
- Von André Herbst
Lohbrügge. Es war eine schwierige Geburt. Zu Beginn mochte die Leitung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) der Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ keinen Raum in der Lohbrügger Fachhochschule bieten.

Foto: DDP
Gelebte Zivilcourage: „Stopp Nazis“ steht auf diesem Banner.
Jetzt steht ein Programm, das über die Sonntag beginnende Ausstellung hinaus viele Facetten rechter Umtriebe aufzeigt. Unter anderem wird an 136 Menschen erinnert, die seit 1990 durch rechte Gewalttäter in Deutschland getötet wurden. Organisatoren und Unterstützer von der Antifa Bergedorf, KZ-Gedenkstätte Neuengamme und KulturForum, über Initiativen und Parteien bis hin zu DGB, Einzelgewerkschaften und Bergedorfer Unternehmer engagieren sich.
Mitte Mai hatte die HAW-Leitung die überraschende Absage der seit langem geplanten Ausstellung zuerst mit dem Zwang zu politischer Neutralität begründet. Tage später beugte sich die Fachhochschulspitze dem Protest.
Andrea Schlicht vom Antifa-Bündnis Bergedorf (ABB) und Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, eröffnen die Ausstellung Sonntag um 14 Uhr in der HAW an der Lohbrügger Kirchstraße 65. Zudem sprechen Mahassen Ibrahim (Asta der HAW) und Bezirksamtschef Dr. Christoph Krupp.
Parallel zur Schau läuft ein vielseitiges Programm: Erfolgreiche Konzepte gegen Neonazis sind am 9. September Thema eines Politikforums im KulturForum am Serrahn. Um 19.30 Uhr heißt es „NPD – kehrt Marsch!“, berichten Gewerkschafter und Antifaschisten über ihre Arbeit.
- „Für weitere Programmpunkte arbeiten wir eng mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme“, sagt Andrea Schlicht. So gibt es dort am 16. September um 10 Uhr ein Zeitzeugengespräch mit Ruth Gröne: „Kindheit als jüdische Verfolgte im Nationalsozialismus“. Sonnabend, 25. September, ist für 14 Uhr eine Führung durch die Gedenkstätte geplant. Am nächsten Tag steht eine Führung unter dem Motto „Widerstand und Verfolgung im Hamburger Hafen 1933 bis 1945.“ Treffpunkt ist 15 Uhr der Anleger Vorsetzen, Barkassenzentrale Ehlers. (Anmeldung, Tel. (040) 428131527, zehn Euro). Am Freitag, 24. September, führen ABB und AG Neuengamme einen „antifaschistischen Bergedorf-Rundgang“. Start:17 Uhr, Serrahn.
Einen Blick über vorherrschende Denkmuster hinaus bietet der Workshop „Antikapitalismus von rechts?“ am 11. September von 10 bis 16 Uhr im Kulturforum am Serrahn.
Den Abschluss bildet am 29. September im KulturForum eine Filmdoku der Reihe Tödliche Begegnung: „Das Leben des Norbert Platz“. Beginn: 20 Uhr, Eintritt 4 Euro.
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