Bahnhof
Bergedorfs Pannen-Aufzug: Alarm, doch niemand reagiert
Dienstag, 24. August 2010 21:24
- Von André Herbst
Bergedorf. Er war kaum in Betrieb – da stand er das erste Mal. Und der neue Aufzug zu den S-Bahngleisen in Bergedorfs Bahnhof bleibt ein Problemfall: Montag gegen 17.30 Uhr musste nach einigem Hin und Her die Feuerwehr zwei Eingeschlossene befreien.

Foto: Hauke Ebert
Drücken zwecklos: Wenn der Alarmknopf defekt ist, funktioniert auch die Gegensprechanlage nicht.
Sie hatten zwar mehrfach versucht, über Alarmklingel und Gegensprechanlage Hilfe anzufordern, doch die Rufe landeten im Nichts.
Karen Schneider (Name geändert) ist auf dem Heimweg von der Arbeit, als sie stecken bleibt. „Der Aufzug ist häufig kaputt, ich weiß nicht, wie oft ich geholfen habe, Frauen ihre Kinderwagen die Treppe hinauf zu tragen“, sagt die 35-Jährige. Diesmal sitzt sie im Lift fest. Sie drückt den Alarmknopf, sie drückt mehrmals – und immer länger: „Mit Sicherheit weit länger als die geforderten drei Sekunden, doch nichts passierte.“
Nächster Versuch: Gegensprechanlage, Knöpfe drücken, der Lautsprecher bleibt stumm. Erneuter Versuch. Nichts geschieht. Bei ihrem Handy ist der Akku leer. „Während ich versucht habe, Passanten durch Klopfen und Rufen auf uns aufmerksam zu machen, hat der Mann, der mit mir fest hing, auf meinen Rat hin die 110 gewählt. Statt Hilfe wurde uns die Mitteilung zuteil, die Polizei sei nicht zuständig.“
Neuer Anruf, diesmal bei der Bundespolizei. Die Eingeschlossenen landen in einer endlos scheinenden Warteschleife. Die Luft wird immer schlechter. Das Glas der Fahrgastzelle beschlägt.
„Manche Passanten drehten einfach ab, wenn sie bemerkten, dass der Aufzug steht, andere schüttelten den Kopf.“ Dann gelingt es den Eingeschlossenen, den Betreiber des Bahnhofskiosks auf sich aufmerksam zu machen. Wer schließlich die Feuerwehr alarmierte, wissen sie nicht. Mit Spezialgerät gelingt es den Rettern, die Lifttür zu öffnen. Nach einer guten halben Stunde sind die Gefangenen aus ihrem Verlies befreit.
„Wenn Alarmknopf und Gegensprechanlage doch nur Attrappen sind, warum bringt die Bahn in der Fahrstuhlkabine nicht wenigstens eine Telefon-Nummer an, dass man weiß, wer Hilfe leisten kann“, kritisiert Karen Schneider.
Alarmknopf und Sprechanlage seien keinesfalls Attrappen, versichert Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis: „Ohne dass sie funktionieren, darf der Aufzug nicht in Betrieb gehen.“ Derzeit werde geprüft, warum der Alarmknopf nicht funktioniere. „Wir können uns für die Unannehmlichkeiten nur entschuldigen.“ Seit Dienstagmittag fährt der Lift wieder. In der Fahrgastkabine hängt ein Schild mit einer Telefon-Nummer.

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Webwatcher meint:
Avanti dilletanti! meint:
Fragesteller meint:
2. Wer hat den Fahrstuhl trotz ganz offenbar nicht funktionierender Alarm- und Gegensprechanlage als bestimmungsgemäß funktionierend technisch wann abgenommen ?
3. Ob sich die Bahn "für die Unannehmlichkeiten nur entschuldigen kann", können einzig und allein die betroffenen Eingeschlossenen entscheiden.
Wer einmal nur kurz über die Bedeutung des Wortes 'Entschuldigung / entschuldigen" nachdenkt, wird feststellen, daß eigene Schuld nur durch jemand Dritten von einem genommen werden kann. Die Bahn kann diese beiden Personen also allenfalls um Entschuldigung BITTEN !