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Senioren auf ihren Etagen gefangen

Lohbrügge. Weil der Aufzug defekt ist, müssen viele Bewohner des Seniorenheims "Johannes XXIII." wochenlang zu Hause bleiben.
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Der einzige Aufzug im fünfstöckigen Seniorenheim ist defekt.
Foto: Thomas Voigt
Der einzige Aufzug im fünfstöckigen Seniorenheim ist defekt.
Irmgard Krug* ist völlig aus der Puste. Soeben ist die 89-jährige Rentnerin die Treppen zu ihrer Wohnung im dritten Stock hochgeklettert. „Das fällt mir schon schwer“, sagt die Seniorin mit hochrotem Kopf. Aber sie hat keine Wahl. Denn der einzige Aufzug im fünfstöckigen Senioren- und Pflegeheim „Johannes XXIII.“ der Caritas am Bornbrook ist kaputt – wieder einmal. Schon seit Dienstag sind diejenigen Bewohner, die keine Treppen mehr steigen können, auf ihren Wohn- oder Pflegeetagen eingesperrt. Und die Aufzug-Wartungsfirma hat angekündigt, dass es noch zwei Wochen dauern soll, bis die Ersatzteile beschafft sind und der Lift wieder läuft.
Was das für viele Bewohner bedeutet, schildert eine Caritas-Pflegerin, die nicht genannt werden will: „Keine Spaziergänge mehr, keine gemeinsamen Mahlzeiten, keine Cafeteria, keine Einkäufe. Auch das Sommerfest ist ausgefallen.“ Das Personal bringe die Mahlzeiten nun zu den Bewohnern. „Alle sind bemüht, aber vieles klappt nicht.“ Und Irmgard Krug ergänzt: „Heute waren gerade mal elf Leute zum Mittagessen im Speisesaal. Normalerweise wären es bis zu 40.“
Rollstuhlfahrerin Charlotte Wilke* (81) gehört zu den Eingesperrten in der 1. Etage: „Warum ist denn der Aufzug schon wieder kaputt?“, fragt sie verzweifelt. Schon vor wenigen Monaten war der Aufzug ausgefallen. Damals für mehr als drei Wochen. „Ich wohne jetzt seit vier Jahren hier, und mindestens einmal im Jahr ist das Ding kaputt.“
Was Irmgard Krug nicht versteht: „Wieso hat die Wartungsfirma keine Ersatzteile in ihrem Lager? Die wissen doch, dass dies unser einziger Aufzug ist.“ Die Caritas war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (*Namen geändert)
2 Kommentare
Jörg Kurth meint:
Jeder Aufzug ist nahezu eine Einzelanfertigung , so dass die wesentliche Teile immer kommisionsbezogen gefertigt werden müssen. Somit ist eine Lieferzeit von 2-3 Wochen schon sehr gut - nicht selten kommen hier 8-10 Wochen zustande. Und wer soll der Wartungsfirma die Vorhaltung der Ersatzteile bezahlen, dass dieses dann auch alle Jahre einmal kaputt geht. Modernisieren - und das rechtseitig - ist ein guter Weg, nur auch hierzu bedarf es einen Auftrag - und Geld, das den Einrichtungen sehr oft fehlt !

Die eigentliche Schande ist doch der grobe Fehler der Planer ! In eine Einrichtung die wie hiesige gehören immer mehrer Anlagen, so dass ein Ausfall eines Einzelnen kein Drama ist.

Bitte nicht immer auf die Brache schimpfen sondern auch mal beide Seiten sehen und befragen ( gilt auch für die einseitige Berichterstattung der Redaktion ) !

Jörg K.
Mitarbeiter einer mittelständigen Aufzugsfirma im Raum Hamburg ( aber nicht der hier gemeinten Firma !)
Francia K. meint:
Wenn man sich nur auf einen Aufzug verlässt, dann wird man manchmal verlassen.
Rechtzeitiges modernisieren ist sinnvoll.
Ich selbst habe bei der größten Aufzugsfirma in Deutschland einen Aufzug gekauft, und eine Ersatzteilbeschaffungsgewährleistung von mind. 20 Jahre bekommen.

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