Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article79576/Unser_Essen_wird_teurer.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Unser Essen wird teurer

Bergedorf. Die Deutschen müssen beim Einkaufen wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Inflation zieht an, die Preise steigen. Vor allem Butter, Obst, Gemüse und Fleisch sind schon deutlich teurer geworden.
Zurück Bild 1 von 3 Weiter
Einkaufswagen
Foto: DPA
Die Einkaufswagen-Füllung im Supermarkt wird in diesem Jahr spürbar kostspieliger.
Und Experten rechnen bei einigen Lebensmitteln mit weiteren Preisanstiegen. Ursachen sind neben steigenden Energiekosten und witterungsbedingten Ernteausfällen auch eine vermehrte Nachfrage aus China und ein steigendes Interesse professioneller Anleger an preistreibenden Spekulationen auf den Rohstoffmärkten für Lebensmittel.
„Seit der Finanzkrise suchen die Geldmärkte nach einem sicheren Hafen“, sagt Leif Erik Rehder, Sprecher der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn. Die Dürrekatastrophe in Russland und der dortige Export-Stopp für Weizen allein hätten nach seinen Worten niemals zu einem Preisanstieg um 20 Prozent innerhalb eines Monats geführt. Denn weltweit sei genügend Getreide am Markt, die Bestände seien hoch. Dennoch wurde die Tonne Weizen an der Pariser Getreidebörse gestern für stolze 205 Euro gehandelt, einen Monat zuvor waren es noch 168 Euro. „Die kritische Lage in Russland hat Spekulanten auf den Plan gerufen“, erklärt Rehder und führt als Maßeinheit für den schwunghaften Handel die Zahl der offenen Weizen-Kontrakte in Paris an: Die stieg im selben Zeitraum von 107.000 auf 132.000. Anders ausgedrückt: Derzeit versuchen 25.000 neue Finanzjongleure, sich mit unserem täglichen Brot eine goldene Nase zu verdienen. Einige Großbäckereien haben bereits Preiserhöhungen bis zu acht Prozent angekündigt. Die anderen werden mit bis zu 15 Cent fürs 500-Gramm-Brot nachziehen, schätzt Experte Leif Erik Rehder. Da mit den Getreidepreisen auch die Kosten für Schweine-, Rinder- und Geflügelmast steigen, hält er auch einen baldigen Anstieg der Fleischpreise für wahrscheinlich.
Auch auf den regionalen Märkten liegen die Preise höher als im vergangenen Jahr. „Das Kilo Tomaten wird auf dem Hamburger Großmarkt derzeit zwischen 1,30 und 1,50 Euro gehandelt“, sagt AMI-Marktbeobachter Helwig Schwartau und nennt als Hauptursache den zurückliegenden langen Winter. Im August 2009 lag der Großmarktpreis etwa bei 90 Cent. Ebenso wechselt eine Salatgurke, die vor einem Jahr auf dem Großmarkt noch für 70 Cent zu haben war, jetzt für einen Euro den Besitzer – eine Erhöhung, die sich mehr oder weniger auf den Endverbraucherpreis niederschlagen muss.
Bei den Direktvermarktern auf den Wochenmärkten in und um Bergedorf bestimmt ebenfalls die Witterung das Angebot und die Preise. Beispiel Kohl: „In den heißen Wochen ist der Blumenkohl geradezu aus dem Boden geschossen“, sagt Gemüselandwirtin und Markthändlerin Elke Buuck aus Ochsenwerder. „Da habe ich den Kopf für einen Euro angeboten.“ Inzwischen ist die Ernte wieder spärlicher geworden, ihr Preis auf 1,50 Euro geklettert.
Einen beständigen Preisanstieg beim Kalbfleisch hat ein Wochenmarkthändler beobachtet, der ungenannt bleiben möchte: „Die Einkaufspreise steigen jede Woche um drei bis vier Cent, weil die Ware knapper wird. Es gibt immer weniger Kälberzüchter, weil ihnen die von den Veterinären festgesetzten Preisnotierungen zu niedrig sind.“ „Manchmal steckt man aber einfach nicht drin“, sagt Obst- und Gemüsehändler Martin Elsner, der nicht begreifen will, warum er derzeit auf dem Großmarkt etwa 40 Cent für eine spanische Zitrone hinlegen muss: „Mehr als 1,50 Euro für drei Stück kann ich dem Kunden doch nicht abverlangen. Verdienen tu ich dabei so gut wie nix.“
1 Kommentar
Frank Z. meint:
Wir armen Deutschen,
müssen jetzt sogar schon fast 2 Euro für 3 Zitronen ausgeben!
Es gibt genug Länder in denen die Bevölkerung glücklich wäre, überhaupt Zitronen zu bekommen.
Die Menschen geben dort zum Teil 80 % !! in WORTEN ACHTZIG PROZENT ihres Einkommen für die tägliche Nahrung aus und hungern immer noch.
Vielleicht sollte der Bericht noch einmal neu geschrieben werden.
Er würde sicher nicht so negativ sein.

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008