Schwerpunktkontrollen
Alarm: Immer mehr Unfälle unter Drogen
Mittwoch, 18. August 2010 19:03
- Von Christina Rückert
Bergedorf. Mal ein kleiner Joint nach Feierabend. Eine Pille Ecstasy, um in Partylaune zu kommen. Oder ein paar Antidepressiva, um die Stimmung zu heben. Längst sind Marihuana, Kokain, Opiate oder Amphetamine in der Gesellschaft weit verbreitet – und spielen dadurch auch zunehmend eine Rolle im Straßenverkehr.

Foto: Timo Jann
Kleine Pupille? Das kann für den Fahrer schon mal einen Drogenschnelltest bedeuten.
„Es gibt eine deutliche Zunahme an Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss“, stellt Polizeihauptkommissar Peter Kellerer fest. Eine fatale Entwicklung, denn die Folgen dieser Unfälle „sind meist erheblich, es kommt oft zu Verletzten“, sagt der 51-jährige Hamburger Fachkoordinator für illegale Drogen im Straßenverkehr.
Dabei sind die Fallzahlen nicht besonders auffällig. So wurden 2007 im Bereich des Bergedorfer Kommissariats 43 wegen Drogen im Straßenverkehr insgesamt 34 Anzeigen geschrieben. 2008 waren es 55, 2009 insgesamt 54. Doch die Zahlen richten sich auch danach, wie oft die Polizei kontrollieren konnte. Schwerpunktkontrollen zeigen dann schnell ein anderes Bild: „Wir haben an einem Nachmittag in der Region Süd schon mal 30 Blutproben anordnen müssen“, sagt Kellerer. Zur Region Süd zählt auch Bergedorf.
Kellerer ist bei der Verkehrsdirektion Hamburg unter anderem dafür zuständig, neue Drogenschnelltests zu prüfen und dann gegebenenfalls eine Bestellung zu empfehlen. Manche Drogen lassen sich bisher nicht nachweisen – die gängigen jedoch schon. Der Polizei stehen verschiedene Schnelltests zur Verfügung. Am verbreitetsten ist der „Mahsan Druginspector I“. Er funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest: Mit einer Pipette wird die Urinprobe des Fahrers in ein Testfeld getröpfelt. Auf fünf Feldern – Kokain, THC (Wirkstoff Marihuana), Ecstasy, Opiate und Amphetamine – muss ein roter Strich erscheinen. Erscheint er nicht, ist der Schnelltest positiv und es wird eine Blutprobe angeordnet.
Alternativ gibt es auch Speicheltests, „doch oft haben Drogenkonsumenten einen trockenen Mund, sodass das nicht gut funktioniert“, sagt Kellerer. Dennoch testet er zurzeit ein neues Gerät der Firma Dräger, das Speichelproben sehr genau untersucht, dafür allerdings etwas länger braucht. Speicheltests haben den Vorteil, dass man den Fahrer – im Gegensatz zur Urinprobe – nicht unbedingt mit auf die Wache nehmen muss. Fraglich ist allerdings, ob das teure Gerät für jeden Streifenwagen angeschafft werden kann.
Ehe die moderne Technik eingesetzt werden darf, bedarf es immer eines Anfangsverdachts. Die geschulten Beamten werden bei kleinen Pupillen, zitternden Augenlidern oder fehlendem Gleichgewichtssinn stutzig. Und ist der Schnelltest dann positiv, gilt keine Entschuldigung mehr. Kellerer: „Die Urintests sind zu 98 Prozent genau.“

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HaJüLo meint:
Ich z. B. hätte die letzten 30 Jahre keinen Führerschein benötigt, ist das normal ?.