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Zeitreise in die Welt der Ritter und Henker

Bergedorf. „Seid gegrüßt edle Frowen, Recken und Kindlein, streifet ab all eure Hast und unstete Raserei und lasset euch entführen in eine fast vergessene Zeit.“ Dem Rat des Büttel, der als stellvertretender Marktvogt beim turbulenten mittelalterlichen Markt „Kramer, Zunft und Kurtzweyl“ rund um das Bergedorfer Schloss für Ordnung sorgte, folgten die Bergedorfer auch in diesem Jahr wieder gern:
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Kramer, Zunft und Kurtzweyl
Foto: Erika Löffel
Klaas (12) aus Geesthacht fühlt sich, eingeklemmt im Foltergerät, richtig wohl: „Ich kann doch wieder raus.“
An beiden Wochenendtagen ließen sich Tausende Menschen in diese spannende Zeit zurückversetzen. Auch „Schlossherrin“ Marlies Peters und Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp: Dem Anlass entsprechend festlich gewandet führten sie den Festzug durch Bergedorfs Fußgängerzone an und huldigten dem Volke.
Als erste und älteste Kumpaney Deutschlands kommen seit 18 Jahren etwa 120 Ritter, Gaukler, Wahrsager, Puppenspielerinnen, Jongleure und der Henker nach Bergedorf. Dankbar nehmen sie alle zwei Jahre auch den Kulturtaler des Magistrats der Stadt Bergedorf an. Ohne den Zuschuss und ohne die Spenden freundlicher Besucher gäbe es Probleme beim Erhalt der Truppe, die mit 40 Ständen und Aufbauten den Markt bestückt.
Der Wunsch zahlreicher Besucher, in jedem Jahr das Schloss und den „Lustgarten“ mit ritterlichem Glanz, Zaubereien, aber auch grausigen Vorführungen am Galgen des „grausen“ Henkers Rüdiger zu beleben, wird aus finanziellen Gründen kaum in Erfüllung gehen. „So möge sich bitte auch niemand über hohe Preise an den Ständen mit köstlichem Gerstensaft und vortrefflich Speisen wundern“, sagte Büttel Molinarius (Wolfgang Struchtrupp).
Er lobte die Bergedorfer und ihre Gäste, die teils von weit her kamen, als begeisterungsfähiges Volk. An ein uraltes Gesetz, mindestens zwei Liter Gerstensaft zu konsumieren, halte sich allerdings kaum jemand...
Es gab schließlich noch viel anderes zu erleben – wuchtige Musik von „Varius Coloribus“, spannende Schwerterkämpfe oder Kinderritterspiele.

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© Bergedorfer Zeitung 2008