Berufsanfänger
Nach der Ausbildung gleich zum Arbeitsamt
Donnerstag, 29. Juli 2010 20:53
- Von Thomas Schütt
Bergedorf. Immer weniger junge Erwachsene finden einen Arbeitsplatz. Nach Angaben der Agentur für Arbeit wurden im Juli 127 junge Bergedorfer, die ihre Ausbildung frisch beendet haben, von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen. Das sind 36,7 Prozent mehr als im Vormonat und acht Prozent mehr als im Juli 2009. Angesichts angeblich guten konjunkturellen Erwartungen stellt sich die Frage nach den Ursachen. Die Experten beurteilen die Lage unterschiedlich.

Foto: DDP
Der Gang zur Arbeitsagentur bleibt vielen Berufsanfängern nicht erspart.
Der ehemalige Leiter des Bergedorfer Arbeitsamtes und Gründungsmitglied der Ausbildungsplatzinitiative, Hans-Hermann Kalisch, sagt: „Das ist eine sehr widersprüchliche Situation, gerade weil in nicht allzu ferner Zukunft für Deutschland ein Fachkräftemangel prognostiziert wird.“ Vermutlich kämen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in zeitlich versetzt zum Tragen. Vermutlich trügen die Zunahme der Zeitarbeit und der aufstrebende Billiglohnsektor ihren Teil zur unerfreulichen Situation bei.
Bergedorfs Bezirkshandwerksmeister Christian Hamburg beurteilt die Lage weniger dramatisch. „Es ist einfach so, dass in den Sommermonaten viele Jugendliche ihre Ausbildung beenden, ihren Beruf in einem anderen Betrieb ausüben wollen. Dazwischen liegt dann eine kurze Zeit der Arbeitslosigkeit.“
Derzeit gehe eine ganze Generation von älteren Arbeitnehmern in Rente. „Wir suchen händeringend sowohl nach Auszubildenden als auch nach ausgebildeten Fachkräften.“ Mit dem Ende der Sommerferien werde sich die Situation etwas entspannt, weil dann viele Ausbildungs- und auch Arbeitsverträge abgeschlossen würden.
„Der Anstieg der Zahlen in den Sommermonaten ist ein alljährlich wiederkehrender Zustand“, meint auch Peter Barton vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Bergedorf: Zwar falle der Anstieg dieses Jahr etwas kräftiger aus. Er sehe aber keinen Anlass zur Sorge.
Nach wie vor gibt es freie Ausbildungsstellen – in Bergedorf wie der gesamten Hansestadt. Positiv bewertet die Agentur für Arbeit in diesem Zusammenhang auch die Lehrstellenaktionen der Bergedorfer Zeitung. Auf diesem Weg konnten 2010 mehrere Jugendliche in Lehrstellen vermittelt werden. „Ein schönes Ergebnis“, befindet Ulf Fock, Chef der Arbeitsagentur in Bergedorf.
In seinem Zuständigkeitsbereich ist die Zahl aller Erwerbslosen im Juli um 135 auf 4755 gewachsen. Gegenüber Juni ist die Quote damit um 0,2 Punkte gestiegen. Zum Vorjahr dagegen ist sie in Bergedorf gefallen – deutlich von 8,0 auf 7,4 Prozent.

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Papa meint:
Genau! Nur nichts ändern! Solange wir die 1 Euro Kräfte und Zeitarbeiter haben ist doch alles in Butter.
Da braucht man keine angehende Fachkraft teuer bezahlen.
Hauptsache der Eigene Job wird nicht irgendwann durch einen Zeitarbeiter ersetzt.
Was siehst Du morgens im Spiegel?
Carola meint: