Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article77379/Gefahr_fuer_Idyll_am_Ententeich.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Gefahr für Idyll am „Ententeich“

Bergedorf. Die Großbaustelle am „Ententeich“ ist seit Tagen eingerichtet, der Bille-Wanderweg hinter der Gesamtschule Bergedorf (GSB) gesperrt. Heute beginnt die seit Monaten geplante Entschlammung des Gewässers – und mit ihr auch ein heftiger Streit.
Bergedorf-West
Foto: Ulf-Peter Busse
Die Bagger stehen im Hintergrund schon bereit: Mindestens bis Mitte August wird die Entschlammung des Teichs zwischen Gesamtschule Bergedorf und den Gewerbeschulen dauern.
Denn die Umweltbehörde hat grünes Licht gegeben, ohne die vom Anglerverein Bergedorf-West/Allermöhe als Pächter des Gewässers geplante Elektroabfischung abzuwarten.
Die Behörde hat sich für ein „Nassbagger-Verfahren samt Sauerstoff-Monitoring“ entschieden. Nach ihrer Meinung ein Verfahren, das die Fische kaum spüren. Das seit Monaten geplante Umsetzen der Tiere sei also überflüssig.
Das sehen die Angler kritisch. Sie fürchten um die Hechte, Aale, Schleie und Karpfen im Teich. Abfischen können sie die Tiere derzeit nicht. Die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben die Sauerstoffwerte absinken lassen, Umsetzen und Stress wären für die Tiere lebensbedrohlich. „Wir haben empfohlen, die Entschlammung zu verschieben, bis es abgekühlt ist“, sagt Vereinschef Werner Kleint.
Dass nun aber doch begonnen wird, ist einer Auflage der Polizei geschuldet, erklärt Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde: „Man bat uns, das Baggergut noch in den Ferien zwischenzulagern, sonst würde der Schulbetrieb der GSB zu sehr gestört.“
Um möglichst keinen Fischen zu schaden, wurde das „Büro für Fischerei und Hydrobiologie“ von der Behörde beauftragt, ein „baubegleitendes Monitoring“ vorzunehmen und den Sauerstoffgehalt regelmäßig zu prüfen. Bei Bedarf soll Wasser versprüht und damit Sauerstoff zugeführt werden.
Das „schonende Verfahren“ zur Entschlammung erklärt Volker Dumann so: Ein bis zu sechs Meter breites Schwimmschild soll „ganz langsam“ auf den Grund sinken – langsam genug, dass alle Tiere flüchten können. Dieses an Seilen befestigte Schild werde dann ans Ufer gezogen, wo ein Bagger den zusammen geschobenen Sedimentberg auf einen Lastwagen befördert. Ursprünglich waren für die Entschlammung 300.000 Euro angesetzt, jetzt werde die Angelegenheit „um ein paar Tausend Euro teurer“.
Der Angelverein bleibt skeptisch, weil das Rückhaltebecken „nicht evakuiert“ wird: „Wir befürchten, dass die Schädigung der Fischfauna in Kauf genommen wird, um den finanziellen Schaden eines Baustopps gering zu halten“, argwöhnt Kleint. Seine Vereinsmitglieder wollen die Arbeiten nun kritisch verfolgen – und sofort eingreifen, wenn Fische sterben.
Noch kein Kommentar abgegeben
Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008