Werbung
Bergedorfs längste Werbefläche
Mittwoch, 28. Juli 2010 21:16
- Von Ulf-Peter Busse
Lohbrügge. An der Bergedorfer Straße reihen sich die Reklame-Anhänger aneinander. Kontrolleure des Bezirks sind überfordert, obwohl sie die illegale Werbung mit bis zu 500 Euro ahnden könnten.

Foto: Thomas Schütt
Diese Phalanx der Anhänger mit Werbeaufschrift steht an der Bergedorfer Straße.
Volkhart Neumann lebt an Bergedorfs längster Werbetafel. Sie misst mehr als 400 Meter und steht dort, wo täglich mindestens 50.000 Menschen vorbeikommen: an der Bergedorfer Straße (B 5) zwischen Jet-Tankstelle und Sander Tannen.
„Hier parken eigentlich immer drei bis vier Anhänger mit großflächigem Werbeaufdruck. Seit einigen Wochen hat sich ihre Zahl sogar verdoppelt“, berichtet der Rentner, dem vor seiner Haustür mal Rollrasen, Wintergärten oder Jalousien angeboten werden, Klempner, Tischler und Autowerkstätten auf ihre Kompetenz hinweisen oder der nächste Flohmarkt angekündigt wird. Ein Zustand, an den sich Neumann gewöhnt hat. „Nur als auf dem Gehweg jetzt regelmäßig ein 40-Tonner stand, habe ich die Polizei eingeschaltet.“
Ganz so locker sieht es das Bezirksamt nicht. „Die abgestellten Reklame-Anhänger sind eine illegale Nutzung des öffentlichen Raums“, betont Bergedorfs Baudezernent Arne Dornquast. Zwar sei es erlaubt, Anhänger bis zu 14 Tage an einer Stelle abzustellen, aber nicht, wenn ihre Außenhaut als Werbeträger genutzt werde. „Und ich habe nicht den Eindruck, dass sie nur deshalb hier stehen, weil der Hof des jeweiligen Unternehmens zugeparkt ist.“
Dass die Parkstreifen an Bergedorfer Straße wie auch am Curslacker Neuen Deich trotzdem zu langen Werbetafeln werden konnten, liegt am aufwendigen Beweisverfahren: Der Bezirk muss belegen, dass die Anhänger hier langfristig und ohne Unterbrechung stehen, dann den Halter ermitteln, mit ihm Kontakt aufnehmen und schließlich notfalls ein Bußgeld von 100 bis 500 Euro verhängen.
„Das bindet Arbeitskraft, die wir nicht haben“, bedauert Dornquast. „Das Bekämpfen von illegalen Werbeträgern steht bei uns nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.“ Dennoch stehe das Bezirksamt immer mal wieder mit einem der illegalen Werber in Kontakt, habe mehrfach den Abtransport von Anhängern durchgesetzt. Nur Bußgelder seien bisher nicht verhängt worden.
Polizei und die Firma Ströer, als Betreiber der Hamburger Außenwerbung die einzige, die in der Hansestadt im öffentlichen Raum werben darf, sehen den Bezirk in der Pflicht, das Verbot durchzusetzen. „Es braucht eine klare Abschreckung. Denn der Trend zur illegalen Werbung an wichtigen Ausfallstraßen nimmt bundesweit rasant zu“, sagt Stefanie Rossner von Ströer.

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biederman meint:
http://www.bergedorfer-zeitung.de/anzeigen/article69616
Wentorfer meint: