Bürgerpreis
Er ist das gute Herz der Spielscheune
Montag, 26. April 2010 12:12
- Von Katja Hardter
Neuallermöhe. "Null Bock" und aus purer Langeweile rumhängen, kennt er nicht. Und auch Alkohol und Gewalt sind seine Sache nicht. Selbst gegen Erwachsene rebelliert er nicht; nur, weil es gerade chic ist.

Foto: Katja Hardter
Steven Maack engagiert sich für die Neuallermöher Spielscheune. Er ist für den Bürgerpreis 2010 vorgeschlagen.

Foto: BZ
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Hausmeisterarbeiten wie Schneeschippen und Mülleimer herausstellen, Reparaturen jeglicher Art sowie der Verkauf von Getränken und Speisen bei Veranstaltungen und während der Öffnungszeiten der Halle, der Aufbau von neuen Spielgeräten, Installation von Musik- und Lichtanlagen - alles, was sich um den Betrieb der gemütlich eingerichteten Spielscheune dreht, ist sein Ding. Ein gut sortierter Werkzeugkoffer ist Stevens wichtigstes Accessoire. "Es macht mir ungeheuer viel Spaß, dass ich Verantwortung trage für einen funktionierenden Ablauf und dass alles, was ich tue, für Andere etwas Gutes bedeutet. Das macht mich glücklich, gibt meinem Leben einen Sinn", lacht Steven, der 25 bis 30 Stunden wöchentlich in dem internationalen Treffpunkt zubringt. "Die Scheune und ich - wir haben uns zusammen weiterentwickelt." Der Gedanke, der hinter der Spielscheune steht, nämlich das Verbindende der vielen in Neuallermöhe lebenden Menschen über das Trennende zu stellen, Gemeinsamkeiten durch gemeinsame Aktionen zu entdecken, diese Idee habe ihn von Anfang an fasziniert.
Viele Hundert Stunden nicht entlohnter Arbeit sind es bereits. Anfang 2008 hatte das Team um den emsigen Neuallermöher Pastor Andreas Kalkowski die Scheune - ein Projekt des stadtteilansässigen Vereins für Kinder- und Jugendförderung - gemeinsam mit Handwerkerbetrieben aufzubauen begonnen. Sie wurden tatkräftig unterstützt vom damals erst 15-jährigen Steven . "Wir haben während der neunmonatigen Bauphase richtig gerackert: Eisenmatten verlegt, die Innenwände verkleidet, draußen Gräben für die Entwässerung ausgebaggert, nachher die Halle mit eingerichtet, Teppichboden verlegt, die Arche zusammengezimmert - die Handwerker unterstützt, alle für mich möglichen Arbeiten gemacht, um Geld zu sparen", sagt Steven und strahlt. Und Pastor Kalkowski lobt: "Steven ist freundlich und kooperativ. Er kneift nie, wenn es mal schwierig wird, sondern sucht immer nach praktischen Lösungen. Er ist das gute Herz unserer Spielscheune, ist ein echter Team-Mensch. Wir sind ein Dream-Team." Aber auch logistisch hat Steven Einiges auf dem Kasten: Für Veranstaltungen und Feste macht er die nötigen Bestellungen, organisiert, was noch fehlt.
Selbst Freistunden in der Schule sind ihm dafür nicht zu schade. "Dann kann ich schnell noch was für die Spielscheune erledigen. Ich nutze jede freie Minute." Auch spät abends sei er schon mal dorthin geeilt, weil es nach einem Fest Probleme mit einem Sicherungskasten gab. "Ich bin die Notrufnummer und muss immer erreichbar sein, das ist doch klar."
Der Jugendliche hat während seiner ehrenamtlichen Arbeit für die Spielscheune schon viele Menschen kennengelernt, ist mit diversen Handwerkern und Betrieben in Kontakt gekommen. Er hat sie mit seiner zugleich zupackenden und kompetenten Art beeindruckte. Schnell hatte er ein Praktikum bei Bauhaus in Bergedorf in der Tasche, dort möchte er im Sommer eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann starten. Steven stolz: "Ein Klempner hatte mich damals während der Bauphase sogar von selbst angesprochen und mir eine Azubi-Stelle angeboten". Das habe ihm wichtiges Selbstbewusstsein und Bestätigung gegeben, freut er sich.
Trotz seines jugendlichen Alters werde er vom Team der Spielscheune ernst genommen, genieße das absolute Vertrauen der Gemeinschaft, bestätigt Pastor Kalkowski. "Ohne Steven hätten wir häufiger alt ausgesehen. Auf den kann ich mich hundertfünfzigprozentig verlassen! Er hat außergewöhnlich viele Gaben, die er für die Gemeinschaft einsetzt. Ein echtes Vorbild!"

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