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Es gibt immer weniger Bäume in Bergedorf

Bergedorf. Es grünt nicht mehr so grün wie früher an den Straßen und in den Grünanlagen von Bergedorf: Jahr für Jahr verschwinden mehrere Hundert meist stattliche Bäume von der Bildfläche.
Wenn Passanten oder Fahrzeuge durch Bäume gefährdet sind, ist gnadenloser Einsatz der Motorsäge gefordert. Doch längst nicht jeder gefällte Baum wird ersetzt.
Foto: Christoph Leimig
Wenn Passanten oder Fahrzeuge durch Bäume gefährdet sind, ist gnadenloser Einsatz der Motorsäge gefordert. Doch längst nicht jeder gefällte Baum wird ersetzt.
In der jetzt endenden Fäll-Periode sind die Mitarbeiter des Bauhofes und beauftragter Gartenbaufirmen mit Axt und Motorsäge insgesamt 351 Bäumen zu Leibe gerückt. „Die Fällungen waren überwiegend zur Verkehrssicherung notwendig“, sagt Wolfgang Charles von der Grünabteilung des Bezirks. Oder aber die Bäume waren krank oder abgestorben.
Diesen Fällungen stehen nach Charles’ Angaben aber nur etwa 100 neu angepflanzte Bäume gegenüber. Im gesamten Bezirk wachsen also in diesem Jahr 251 Bäume weniger als 2009. Letztes Jahr war’s noch schlimmer: Da wurden 815 Straßen- und Parkbäume abgesägt und nur 176 nachgepflanzt. Macht ein Minus von 639 Bäumen. Dabei gibt es eine gesetzliche Verpflichtung, jeden gefällten Baum zu ersetzen. „Aber das ist unmöglich zu leisten“, sagt Baumexperte Charles. Nicht etwa nur aus finanziellen oder personellen Gründen. „Es macht einfach nicht immer Sinn, überall dort einen neuen Baum zu setzen, wo ein alter gefällt wurde.“ Mal liegen Leitungen im Boden, die durch eine Anpflanzung beschädigt würden, mal fehlt die Freigabe der Fläche durch den Kampfmittelräumdienst, der mit der Arbeit nicht hinterher kommt. „Manchmal ist der umliegende Baumbestand auch so weit ausgewachsen, dass für eine Neuanpflanzung gar kein Platz da ist“, beteuert Charles. Die Mitarbeiter der Grünabteilung seien ständig auf der Suche nach Standorten für Neuanpflanzungen. „Aber mehr als 100 kriegen wir dieses Jahr nicht unter.“
In den anderen Bezirken der Hansestadt sieht es meist nicht besser aus: „Etwa ein Drittel aller gefällten Straßenbäume kann nicht wieder nachgepflanzt werden“, räumt Björn Marzahn, Sprecher der Hamburger Umweltbehörde, ein. Der Umweltverband BUND schätzt, dass Jahr für Jahr etwa 1000 Straßen- und Parkbäume in der Hansestadt verschwinden. BUND-Sprecher Paul Schmid fordert daher, für jeden gefällten Baum gleich drei neue anzupflanzen: „Einerseits gilt es, die Defizite der vergangenen Jahre aufzuarbeiten, andererseits bietet ein zwei Jahre alter Setzling längst nicht dieselbe ökologische Funktion, die ein zuvor gefällter 50 Jahre alter Baum hatte.“
3 Kommentare
Andy meint:
Es ist peinlich für Hamburg und besonders für Bergedorf das die einfach mal die Natur wegsägen. Ich hoffe wirklich das die Behörden mal wieder den Sinn verstehen, warum es Bäume gibt und warum sie für die Grüne Stadt Hamburg so imenz wichtig sind. Kann man dagegen nicht ein Bürgerbegehren starten? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bergedorfer gerne Unterschreiben, wenn es um ihre Natur geht.
Chris meint:
Dass gerade die alten Bäume sehr wichtig für das Klima und den Tierbestand ist, interessiert den hirnlosen Damen und Herren in den Behörden nicht. Und im nächsten Jahr nennt sich dann unsere Stadt "Grüne Stadt". Soll das ein Witz sein?
Olaf meint:
Welch ein Zufall , dass mit der Nachfrage und den enorm steigenden Brennholz-Preisen, die Bäume im öffentlichen Grün plötzlich in so großer Zahl verkehrsunsicher werden und gleichzeitig abgestorbene Bäume ohne Brennwert z.B. auf dem Friedhof, stehen bleiben . Oder hat das u.a. auch mit dem neuen Holz-Heizkraftwerk zu tun ?

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