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Bergedorfer Schloss vor dem Verkauf?

Bergedorf. Die Stiftung Historische Museen Hamburg plant den Verkauf des Schlosses. Das hat Geschäftsführer Helmut Sander dem Verein der Freunde des Bergedorfer Museums auf seiner jüngsten Sitzung mitgeteilt.
Bergedorfs Wahrzeichen im Schnee. Es ist das einzige erhaltene Schloss auf Hamburger Stadtgebiet – und das letzte Museumsgebäude, das noch unmittelbar in städtischem Besitz ist.
Foto: Klotz
Bergedorfs Wahrzeichen im Schnee. Es ist das einzige erhaltene Schloss auf Hamburger Stadtgebiet – und das letzte Museumsgebäude, das noch unmittelbar in städtischem Besitz ist.
Begründung: Die Unterhaltungskosten überforderten schlicht den Etat der Stiftung, die bereits drei Millionen Euro Schulden angehäuft habe.
„Wir mussten gerade erst die Erhöhung der Eintrittspreise hinnehmen. Und jetzt kommt auch noch das“, ärgert sich Freundeskreis-Chef Harm Reese. „Die chronisch unterfinanzierte Stiftung kann unser Schloss nicht dauerhaft erhalten. Wir haben also die Wahl zwischen Flickschusterei und einer vielleicht besseren Zukunft unter einem neuen Hausherren.“
Der Neue steht sogar schon bereit. Beabsichtigt ist die Veräußerung an die Hamburgische Immobilien Management Gesellschaft, kurz Impf. „Das ist ein städtisches Unternehmen, das neben Feuerwehr- und Polizei-Immobilien seit einigen Jahren auch alle Gebäude der Hamburger Museumsstiftungen managt. Nur das Schloss bildet hier die Ausnahme“, sagt Ilka von Bodungen, Sprecherin der Kulturbehörde. Noch sei aber nichts beschossen. „Wir lassen uns mit der Entscheidung Zeit. Alle Beteiligten werden befragt.“
Dass die Behörde so vorsichtig agiert, hängt vermutlich mit dem erbitterten Kampf der Bergedorfer um ihr Schloss zusammen. Vor fünf Jahren gelang es Politik, Freundeskreis, Verwaltung und Bürgern gemeinsam, den Verkauf abzuwenden.
Damals hatte die Stadt ihre Museen aber noch nicht vom Gesamthaushalt abgekoppelt, waren Finanzspritzen möglich. Heute könnte der Kampf dagegen finanziell zum Eigentor werden.
Deshalb ist Harm Reese auch vorsichtig: „Wir werden den Vorschlag intensiv überprüfen“, sagt der Rechtsanwalt. „Die Stiftung hat versprochen, nichts ohne unsere Zustimmung zu tun. Da nehmen wir Helmut Sander beim Wort.“ Eine Entscheidung werde es frühestens 2011 geben – zu den Konditionen der Museumsfreunde. Reese: „Sollte es zum Verkauf kommen, wollen wir zwei Dinge vertraglich garantiert bekommen: Das Schloss darf nie in den Besitz eines privaten Investors geraten. Und es dürfen keinerlei Grundschulden auf das Bergedorfer Wahrzeichen eingetragen werden.“
3 Kommentare
dad meint:
Das es einigen,nein, immer mehr Vereinen und Stiftungen schlecht geht ist bekannt. Sowohl diesen, wie auch stättischen "Unternehmen" wachsen die Kosten über den Kopf. Aber warum machen wir das alles, geht es ums Verdienen oder um unsere Kultur! Die wird über kurz oder lang eh auf der Strecke bleiben, Gewinnmaximierung ist angesagt. Der Mensch und seine Bedürfnisse steht hinten an. Noch ein Wort zur IMPF, diese Gesellschaft muss sicherlich auch rechnen, aber wer einmal mit ihnen Kontakt hatte wird feststellen, dass der Bleistift bei denen super spizt ist. Ob das für die Zukunft des Schlosses gut ist bezweifel ich stark. Es ist nicht mehr so wie früher - staatlich untergekommen gleich sorgenfrei.
der da meint:
Wech mit dem ganzen Volkseigentum aber bitte in Stiftungen
in welche man mit Parteibuch hineingelobt wird, als nächstes das Bezirksamt, Heimat der Phantasten, bitte dann müssen wir diesen Bau nicht alle zwei Jahre Einrüsten und neu Streichen.
Ernuwieder meint:
Wie Verkauf? Ich wurde nicht informiert! Ich dachte, mit DEM Eintrittspreis ins Museum hätte ich das Schloss erworben?

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