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Wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen

Bergedorf. „Kontrolleur“ ist ein ganz schlimmes Wort, findet Andreas Buschmann. Er ist Mitarbeiter der „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ – kurz: Gema – und nennt sich lieber Kundenberater.
Die Gema-Anmeldung läuft noch unter einem anderen Namen und einer anderen Adresse, erklärt Erika Scheidel in der Boutique „FashionUp“ dem Gema-Berater Andreas Buschmann.
Foto: Thomas voigt
Die Gema-Anmeldung läuft noch unter einem anderen Namen und einer anderen Adresse, erklärt Erika Scheidel in der Boutique „FashionUp“ dem Gema-Berater Andreas Buschmann.
Mehrmals im Jahr sind Buschmann oder sein Kollege Harald Döscher im feinen Zwirn in Bergedorf unterwegs, beraten – und überprüfen – nach einem strikt gelisteten Adressenplan ihre Gema-Kunden. Denn wer gewerblich Musik erklingen lässt, muss dafür zahlen.
Fündig geworden: Konzert-Flyer und zwei Monitore, die wohl nicht registriert sind.
Foto: Thomas voigt
Fündig geworden: Konzert-Flyer und zwei Monitore, die wohl nicht registriert sind.
Für seine heutige Runde hat Buschmann die Einzelhandelsgeschäfte im City Center Bergedorf (CCB) auf dem Laufzettel. Beim Modegeschäft „Xanaka“ im Erdgeschoss horcht der Berater nur kurz hinein: „Das klingt nach Musik von der CD, und mit diesem Tarif ist das Geschäft bei uns auch registriert“, erkennt er nach kurzem Abgleich mit seiner Liste. Stutzig wird Buschmann dann im Obergeschoss bei „Engbers“: Hier ist Radioprogramm und CD-Musik angemeldet, aber mitten im Geschäft flimmert ein TV-Monitor. Der ist der Gema bisher nicht bekannt. Doch die Sache ist schnell geklärt: Das Programm auf dem Bildschirm läuft tonlos und ist daher nicht Thema der Gema. „Wir zeigen hier nur Bilder“, beteuert Mitarbeiterin Katja Marks. „Ein Lautsprecher ist gar nicht angeschlossen.“ Berater Buschmann ist zufrieden. Und macht sich auf zum nächsten Kunden.
  • Lesen Sie in unserer gedruckten Freitagausgabe auf einer kompletten Farbseite warum Gema-Mitarbeiter Buschmann immer wieder zentimtergenau Gechäftsräume ausmisst, was es kostet, im Laden einen Bildschirm aufzuhängen und warum Andreas Buschmann ab und zu ganz besonders freundlich bewirtet wird. Außerdem was der Mann von der Gema macht, wenn Verkäufer sagen, dass der Chef nicht da ist und wie sich die Gema von der GEZ unterscheidet.
3 Kommentare
DiSa meint:
Jeder soll für seine Arbeit bezalt werden, auch die Künstler von Musik u.s.w.
Die Gema ist im auftrag des Künstlers unterwegs da die Künstler es nicht selbst machen können ist OK für mich :o), anders sind die Abzocker der GEZ, dazu könnte ich noch viel schreiben aber ich lass es hier lieber.
rüdiger meint:
Sollte wirklich nicht stolz sein dieser mensch auf seinen Job,
provisionorientiert, in der abzockbande.....
lux meint:
''Früher hatten wir Raubritter, heute Gema, TÜV & GEZ'' [SternTV 17.02.]

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