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Kopf hoch durchs Leben

Bergedorf. Sie gehen über den Abgrund des Schreckens, raus aus dem Grauen, ins Glitzern der Welt: Diesen Songtext lernen gerade 100 Siebt- und Achtklässer der Ernst-Henning-Schule auswendig – und proben dazu eine tänzerische Choreographie – zu HipHop und Rap-Rhythmen.
„Schaut nach vorn und hört mir zu, ich bin wichtig“, ruft Musical-Darstellerin Sarah Matberg (links) den Ernst-Henning-Schülern zu.
Foto: Anne Strickstrock
„Schaut nach vorn und hört mir zu, ich bin wichtig“, ruft Musical-Darstellerin Sarah Matberg (links) den Ernst-Henning-Schülern zu.
Bergedorf. Sie gehen über den Abgrund des Schreckens, raus aus dem Grauen, ins Glitzern der Welt: Diesen Songtext lernen gerade 100 Siebt- und Achtklässer der Ernst-Henning-Schule auswendig – und proben dazu eine tänzerische Choreographie – zu HipHop und Rap-Rhythmen. In vier Gruppen studieren sie mit professionellen Tänzern, Schauspielern und Sängern fünf Tage lang, um am Freitag das Musical „Reset“ aufführen zu können.
„Wer nervt, den schmeiß ich aus der Produktion. Ich dulde keine Unkonzentriertheit, hör auf, an deiner Kappe zu fummeln“, muss ein schlaksiger Junge hören. Für Projektleiterin Sarah Matberg, die an der Hamburger School of Entertainment studierte, steht Disziplin an oberster Stelle: „Ich will Körperspannung sehen, als ob ihr ein Zwei-Euro-Stück im Hintern klemmen hättet“, ruft die Musical-Darstellerin, die sich abends als Frosch verkleidet oder auch eine Prostituierte im Kiez-Musical „Heiße Ecke“ spielt.
Tagsüber probt sie mit den Bergedorfer Schülern und lässt aufblitzen, warum die Strenge im Vordergrund steht: „Ich will, dass sich die Kids drauf einlassen und Gas geben. Dann können sie alles im Leben schaffen, ob Hausaufgaben, sportliche Herausforderungen oder die Bewerbung für eine Lehrstelle. Diese Erfahrung können sie im Herzen bewahren“, sagt Matberg.
Überrascht schaut Lehrer Jens-Erik Müller zu: „Es ist erstaunlich, was die Schüler in nur einer Stunde schaffen können“, sagt er – und erklärt die Handlung des Musicals: Während sich zwei jugendliche Gruppen streiten, werden sie von bösartigen Viren in die virtuelle Zwischenablage eines Computers entführt. Nur mit Hilfe von Antiviren gelingt ihre Rückkehr in die reale Welt.
In der Gruppe unter Zeitdruck arbeiten und Grenzen überwinden lernen – so wünscht sich Dr. Constantin Stahlberg (63) die Ergebnisse. Der Gründer der Hittfelder Stahlberg-Stiftung finanziert das gesamte Wochenprojekt bis hin zur Aufführung am Freitag in der Aula. Der Eintritt ist frei. Von 17 Uhr an werden 100 Schüler auf der Bühne stehen und die Worte von Sarah Matberg verinnerlicht haben: „Brust raus, Kopf hoch. So geht ihr durchs Leben und zeigt, wer ihr seid!“stri
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