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„Bergedorfer Bahnhof wieder ankoppeln“

Bergedorf. Der rasante Baufortschritt des neuen Bergedorfer Bahnhofsgebäudes lässt auch einen politischen Dauerbrenner neue Fahrt aufnehmen.
Pilotenstreik - Frankfurt - Bahnreisende
Foto: DPA
Nur neun Fahrgäste pro Intercity-Stopp – mehr Passagiere weist die Statistik der Bahn je Zughalt in Bergedorf nicht aus.
Unter dem Titel „Bergedorfer Bahnhof wieder ankoppeln“ unternimmt die Bezirksversammlung nach knapp vier Jahren Pause wieder einen Anlauf, die Station zum Haltepunkt für Intercity-Züge zu machen. Stichtag soll die Einweihung des Neubaus Ende dieses Jahres sein, also der Start des Winterfahrplans 2010/11 Mitte Dezember.
„Bergedorf darf nicht zum Provinzbahnhof verkommen“, sagt CDU-Verkehrsexperte Lenhard Correll – obwohl hier schon seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 nur noch ein einziger Intercity pro Tag und Richtung hält. Aktuell geht es um 6.40 Uhr nach Berlin. Auf dem Rückweg macht nur um 19.23 Uhr ein Intercity in Bergedorf Station. Alle anderen Züge zwischen Hamburg und der Hauptstadt lassen Bergedorf links liegen. Nur die doppelstöckigen Interregios zwischen Hamburg und Schwerin sowie Rostock treten in Bergedorf (noch) auf die Bremse.
Damit das anders wird, sind Einladungen an den Verkaufsleiter der Bahn für Norddeutschland sowie den Hamburger Bahnhofsmanager verschickt worden. Sie sollen sich noch im Frühjahr im Verkehrsausschuss zu den Chancen einer Attraktivitätssteigerung des Bergedorfer Bahnhofs äußern.
„Die jetzigen Zustände sind nicht hinnehmbar“, gibt Antragssteller Norbert Fleige (GAL) die Richtung der Ausschuss-Sitzung vor. „In Bergedorf leben heute 120.000 Menschen. Mit seinen Umlandgemeinden hat die Station ein Einzugsgebiet von einer Viertelmillion Einwohnern. Sie müssen bisher zum Hamburger Hauptbahnhof reisen, was einen Zeitverlust von 50 Minuten bedeutet. Aus umweltpolitischer Sicht ist das unverantwortbar“, betont Fleige.
Als Minimalziel für die Verhandlungen mit der Bahn sehen die Politiker ein Anpassen der Bergedorfer Intercity-Stopps an die Zahl der Züge, die in Büchen halten. Das sind auf der Strecke Hamburg-Berlin immerhin vier pro Tag und Richtung.
5 Kommentare
Ingrid Werner meint:
Der ICE 18.04 ab Hbg. Hbf. hält auch in Ludwigslust- da gibt es kaum Umsteiger. In Bergedorf wären es sicher mehr Kunden.
Laurentius meint:
@Electroman
Wenn in Bgdf. tatsächlich pro Zug ein Fahrgastwechsel von 6 (!) Fahrgästen stattfindet, wäre ein Halten nicht zu verantworten. In Harburg ist die Lage eine andere: Harburg ist Umsteigebahnhof in 4 Richtungen: Hamburg Hbf., Bremen, Hannover und Cuxhaven. Übrigens hält von den ICEs Richtung Frankfurt kaum einer in Harburg, höchstens in der Tagesrandlage.
Electroman meint:
Bravo Herr Fleige, die Forderung unterstütze ich voll und ganz! Jedoch sollten sie nicht den Bahnhof Büchen als Beispiel anführen, sondern vielmehr den Bahnhof Hamburg-Harburg!

In den Jahren 2001 bis Oktober 2008 bin ich regelmäßig zwischen der ehemaligen Hauptstadt Bonn und Hamburg gependelt und musste feststellen, dass in Hamburg-Harburg fast jeder EC/IC, ICE in Richtung Süden/Westen hält, obwohl dort nicht wesentlich mehr Fahrgäste zusteigen wie die Bahn für Bergedorf angibt wenn es wieder um die Einführung eines Halts der ICE´s in Bergedorf geht [lt. Deutsche Bahn steigen seit dem Jahr 2005 (!) durchschnittlich nur 6 Fahrgäste pro Halt in Bergedorf zu]. Woran das wohl liegen könnte? Liegt es vielleicht daran, dass kaum Züge in Bergedorf halten oder es sich evtl. nur um unattraktive Zu- oder Umsteigemöglichkeiten handelt? Man sollte die DB einmal fragen, wie viele Fahrgäste in Ludwigslust und Wittenberge aus-, um-, bzw. einsteigen. Dort halten nämlich einige ICE´s auf ihrem Weg von Berlin nach Hamburg und von Hamburg nach Berlin. Aber da liegen der DB dann sicherlich keine Erhebungen vor, da ihnen sonst der Spiegel vorgehalten werden könnte und sie zu dem Ergebnis kommt, dass dort noch weniger Fahrgäste einsteigen dort allerdings trotzdem gehalten wird!

Ich habe bei meinen regelmäßigen Pendlerfahrten in einem einzigen ICE von Berlin nach Hamburg mehr als sechs Fahrgäste kennen gelernt, die gern in Bergedorf aus- bzw. umgestiegen wären wenn die DB einen Halt angeboten hätte. Meiner Feststellung nach sind die ICE´s zwischen Berlin und Hamburg an den typischen Pendlertagen immer sehr gut besetzt, sodass die Bahn dahin gehend bewegt werden sollte, zumindest an diesen Tagen (Freitagnachmittag, Sonntagabend, Montagmorgen) einige Halte in Hamburg-Bergedorf einzurichten.
Ich benutze als Berufspendler regelmäßig den ICE von Hamburg nach Berlin und ärgere mich schon lange darüber, dass ich erst den Weg von Bergedorf zum Hauptbahnhof (und umgekehrt) mit der S-Bahn zurücklegen muss. Zudem nützen den meisten Pendlern die IC/EC´s nichts, da sie den ICE bevorzugen. Es müssen daher dringend und vornehmlich ICE-Halte in Bergedorf eingeführt werden.

Ich hoffe, die Bezirksversammlung wird dieses Ziel vehement und hartnäckig bis zu einem positiven Ergebnis verfolgen und die Deutschen Bahn an ihren Dienstleistungsauftrag erinnern! Dies besonders vor dem Hintergrund, dass die Bahn immer noch Eigentum des Bundes ist und vom Steuerzahler/Fahrgast finanziert wird.

Bitte weitermachen und nicht durch fadenscheinige Argumente der Bahn beirren und täuschen lassen.

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