Preiserhöhung
Museumsstiftung kassiert ab: Fünf Euro Eintritt fürs Schloss
Donnerstag, 25. Februar 2010 19:57
- Von Christina Rückert
Bergedorf. Ein gemütlicher Sonntagsspaziergang mit der ganzen Familie durchs Museum: In Bergedorf muss man dafür bald deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Foto: herbst
Mit fünf Euro sind Sie dabei: Der Eintritt in das "Museum für Bergedorf und die Vierlande" im Schloss wird zum 1. März um zwei Euro angehoben.
Die „Stiftung Historische Museen“, die das Schloss und das Rieck-Haus sowie weitere Hamburger Häuser unter einem Dach zusammenfasst, plant zum 1.März mehrere Preiserhöhungen. Doch während der Eintritt etwa im Hamburgmuseum am Holstenwall nur um 50 Cent angehoben und anderswo gar nicht verändert wird (Rieck-Haus), steigt er im Bergedorfer Schloss teilweise um bis zu 100 Prozent.
Statt bisher drei Euro werden künftig fünf Euro pro Erwachsenem fällig, der ermäßigte Eintritt (etwa für Studenten, Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger) verdoppelt sich – von 1,50 auf drei Euro. Die Familienkarte fällt ganz weg. Immerhin: Es bleibt – in allen Museen der Stiftung mit Ausnahme der Speicherstadt – beim freien Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Stiftungssprecher Jan Haack rechtfertigt die Preiserhöhung: „Das Angebot in Bergedorf wurde mit anderen Häusern verglichen. Der Vorstand ist zu der Einschätzung gekommen, dass fünf Euro angemessen sind.“ Immerhin gebe es im Schloss eine aktualisierte Dauerausstellung und regelmäßige Sonderausstellungen. Doch Haack bekennt zudem: „Natürlich sind die Eintrittspreise auch ein Teil eines Sparpakets.“
Dass die Museen sparen müssen, ist kein Geheimnis: Die Kulturbehörde ächzt unter der Last der Elbphilharmonie (Stand Anfang Februar: 323 Millionen Euro), muss zudem noch Kürzungen des eigenen Etats hinnehmen. Da rücken die Subventionen an Theater und Museen in den Blick – 14,7 Millionen Euro erhielt 2009 allein die Stiftung Historische Museen. Bis 2012 sollen davon 160.000 Euro eingespart werden, bis 2012 sogar 240.000 Euro. Ein Sparpaket, in dem die Umsetzung der Vorgaben festgelegt wurde, ist laut Jan Haack noch nicht öffentlich. Die Eintrittsgelder seien aber wegen der moderaten Erhöhungen nur ein „minimaler Bestandteil“.
Auch Bergedorfs Kulturausschuss-Vorsitzender Thomas Helm (CDU) ist noch vorsichtig mit Kritik: „Natürlich sind höhere Eintrittspreise bedauerlich – aber oft eben auch unumgänglich. Irgendwoher muss das Geld kommen.“ Dennoch müsse darüber noch diskutiert werden – in größerem Rahmen. „Wir müssen über die ganze Zukunft des Schlosses, im Prinzip auch über die Besitzverhältnisse, sprechen.“

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Schmidt meint:
1.) Bitte teilen Sie mit, wie hoch die Einnahmen durch Eintrittsgelder in 2009 waren.
2.) Bitte teilen Sie in einem Jahr mit, wie hoch die Einnahmen durch Eintrittsgelder in 2010 waren.
Darauf bin ich gespannt.
Eine Erhöhung um 67% ist Wegelagerei. (Das Schloss soll ja früher eine Raubritterburg gewesen sein.)
Ich wollte das Museum mal wieder besuchen
Rosemarie meint:
Klaas meint:
Sie unterstützen noch diese Gier - da redet die CDU bundesweit von Bildungsoffensive und die Kinder müssen mehr unterstützt werden und auf der anderen Seite ist Ihre Partei mit ein Preistreiber im heutigen Leben in dieser Gesellschaft. Merken Sie denn noch nicht das wir fast schon wieder soweit sind wie 1929!
Die Inflation hat viele Gesichter. Erneut wird die MassenKultur geschröpft um es dann in das Prestigeprojekt der überteuerten Elbphilharmonie zu stecken.