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Bunker liegt geplantem Multiplex-Kino im Wege

Bergedorf. Eine öffentliche Plandiskussion gehört zu den meisten Bebauungsplanverfahren. Der Termin zum Multiplexkino und einem benachbarten Ärztehaus am neuen ZOB förderte kaum ernst zu nehmende Einwände zutage.
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Foto: BZ
Forderungen nach Regelungen, die eine Umwandlung der Kino-Säle in Bordelle ausschließen, wechselten mit solchen nach einer Fußgängerbrücke vom neuen ZOB über die B5 bis zum geplanten Kinopalast. Andere hatten ernsthaften Charakter, wurden von den Architekten aufgenommen. Probleme könnten ausstehende Untersuchungen und Hinterlassenschaften im Boden machen.
„Unter der alten Post befindet sich noch ein ehemaliger Luftschutzbunker. Der wird zwar zivil genutzt – ihn abzureißen, bedeutet jedoch eine wirkliche Aufgabe“, berichtete ein Planer im Lichtwarkhaus dem Vorsitzenden des Bergedorfer Stadtplanungsausschusses, Peter Gabriel, der die Plandiskussion moderierte. Der Erhalt des Telekom-Gebäudes zwischen dem geplanten Ärztehaus im Westen und dem Fachmarktzentrum im Osten bereitet ihm wenig Kopfzerbrechen: „Durch die C-Form des Ärztehauses würde dieser Bau eingehaust, wäre kaum mehr zu sehen.“
Doch dort verlaufen viele Daten- und Telefonleitungen. „Ob die alle korrekt verzeichnet sind, wissen wir erst nach Ende der Erdarbeiten“: Einige „Überraschungen“ auf dem alten ZOB wenige Meter entfernt lassen Gabriel zweifeln.
Während das Planverfahren Fahrt aufnimmt, stehen noch eine Handvoll Untersuchungen aus. Ein Artenschutzgutachten ist abgeschlossen, derzeit laufe eines zu Verkehr und Erschließung, teilte Klaus Wittmann mit, Stadtplaner im Bezirksamt. Weitere sind notwendig: Sie reichen von der Altlastensuche im Boden und der Analyse von Luftschadstoffen über die Frage, ob der Gebäudezwischenraum zum Windkanal werde, bis zu Lärmgutachten und der Frage, ob die Telekom-Installationen die Nachbarn mit Elektrosmog belasten.
Gut 60 Bergedorfer nutzten die Gelegenheit, verschafften sich einen Eindruck von den Plänen und dem Verfahren: Der Kinopalast auf der Ecke B5, Weidenbaumsweg und Stuhlrohrstraße soll bis zu 1700 Filmfans Platz bieten, außerdem eine auf Kinopublikum ausgerichtete Restauration. Das Ärztehaus östlich davon wird ebenfalls knapp 20 Meter hoch, bietet neben Praxen und Büros möglicherweise auch Platz für Wohnungen. Im Erdgeschoss, zur B5, könnte die Post ihr neues Domizil erhalten, in einer Tiefgarage Platz für 200 Fahrzeuge geschaffen werden.
Warnungen, das Projekt könne bestehende Kinos oder die ärztliche Versorgung im Bezirk gefährden, widersprach Wittmann: „Ärzte fragen vermehrt nach modernen Gebäuden.“ Die Konkurrenz unter Kinos dagegen könne, anders als ärztliche Versorgung oder die mit Lebensmitteln, nicht über einen B-Plan geregelt werden, „das ist Sache des Marktes“.
Die Flächenplanung ist Änderungen unterworfen: Zwischen den Gebäuden soll zur Stuhlrohrstraße hin ein großer Platz entstehen, er soll unter anderem anliegenden Lokalen im künftigen Muliplex Platz für Außengastronomie bieten. Diese wie auch Überlegungen für ein Freiluft-Kino begrüßt Nils Roderjan. Der Bergedorfer Architekt mahnt aber, mögliche Probleme mit Wind in der Häuserschlucht frühzeitig zu klären. Gedankenspiele mit Windsegeln oder Bepflanzung weist er zurück: „Wenn Architekten solche Problem nicht lösen können, können es die Freiraumplaner bestimmt nicht.“
2 Kommentare
Peter Wiese meint:
„Die kreative Klasse – Kultur entscheidet über Erfolg” Richard Florida

Also: Schafft Freiräume für die Kreative-Klasse!!!
Preisgünstige Studentenwohnungen, Ateliers etc.
Denn die Kreativen sind die Vorhut einer Stadtteil-Aufwertung.
Beste Grüße,
Peter Wiese
Herr von Yang meint:
Ich finde es armselig, was die bergedorfer Zeitung über alternative Nutzungsmöglichkeiten schreibt. Ich finde es unverschämt das sie alle nur an das Geld denken. Repräsentiert ein Kino und ein Ärztezentrum Bergedorf? Zeigt es nicht viel eher, das sich die Menschen hier lieber im Kino ablenken gehen und das wir hier in Bergedorf wohl zu viele kranke Menschen haben? Ich persönlich und ich denke ich kann da auch noch für einige Andere sprechen, finde es sehr traurig das man dort nicht etwas vorschlägt womit sich vielleicht nicht solch ein Gewinn fahren lässt, was aber Bergedorf viel mehr repräsentieren würde. Bei Architekturdialog im Lichtwarkhaus im Dezember wurde vorgebracht das es Bergedorf repräsentieren solle und das es ja "am Eingang zu Bergedorf" stehen würde. Was hat an einer solchen Stelle ein Konsumtempel und ein Ärztehaus zu suchen? Haben sie sich mal angeschaut wie es in der Vergangenheit aussah, da hat man an eine repräsentative Stelle eines Ortes ein Denkmal oder ein Wahrzeichen gebaut. Oder zumindest etwas was wirklich den Ort und die Menschen repräsentiert. Ich hätte reichlich alternative Nutzungsmöglichkeiten dieser Fläche nur wären es Alternativen mit denen man nicht 20% Rendite fahren kann. Von daher sind diese Alternativen ja überhaupt nicht angesehen, denn bei denen die das Geld haben geht es ja leider um nichts anderes.

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