Politiker fürchten weiter Scheitern
Investoren präsentieren Kino-Pläne
Montag, 30. November 2009 19:32
- Von André Herbst
Bergedorf.Bisher waren die Termine zum Bergedorfer Architekturdialog meist von langer Hand vorbereitet, etwa zum 25-jährigen Bestehen von Neuallermöhe Anfang November oder zu „Moderner Architektur in den Vierlanden“ im Januar.
Der dritte Architekturdialog im Jahr 2009 hat eine geringere Vorlaufzeit, ist dennoch hochkarätig. „Ein Multiplex-Kino für Bergedorf – wie sich Bergedorf an seinem Stadteingang neu präsentiert“, heißt es am Montag, 7. Dezember, um 18.30 Uhr im Lichtwarkhaus. Eingeladen sind alle interessierten Bürger.
Dagegen haben Bergedorfs Baupolitiker nichts. Doch eigentlich hatten sie weniger einen Dialog als vielmehr einen ernsthaften Architektenwettbewerb gefordert. Andere wollen vorm ersten Spatenstich für Ärztehaus und ein 1700-Plätze-Multiplex-Kino südlich der B 5 eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sehen. Dass das Projekt im Vorfeld ohne Beteiligung des Stadtplanausschusses zwischen Investoren und Bezirksamt abgestimmt worden ist, hat für Verärgerung gesorgt.
Das hinderte die Fachpolitiker jedoch nicht, grundsätzlich grünes Licht für eine projektbezogenen Bebauungsplanung zu geben. Ein neuer B-Plan wird notwendig, schreibt der alte doch für die Fläche eine Postnutzung vor.
Bergedorfs Post soll dort, wie berichtet, auch weiterhin ihren Standort haben. Spätestens 2013 soll sie im Erdgeschoss eines neuen, fünfgeschossigen Ärztehauses ihre Schalter öffnen. Weil zuvor bereits die alte Post für diesen Neubau und das geplante Multiplex-Kino abgerissen werden soll, ist für die Übergangszeit an eine Container-Lösung gedacht, so bestätigt Fabian Voges, Prokurist bei der TAG Immobilien AG. Das Unternehmen, zu dem auch der Bauverein zu Hamburg gehört, und „Otto Wulff Bauunternehmung GmbH & Co KG“ sind die Eigentümer der Fläche. Gemeinsam wollen sie am 7. Dezember ihre Planungen interessierten Bergedorfern erläutern. „Möglicherweise präsentieren wir auch den Kino-Betreiber“, sagt Stefan Wulff von der Otto Wulf GmbH. Auf jeden Fall dabei sein soll Architekt Martin Murphy von „Störmer, Murphy and Partners“.
An den Plänen für einen riesigen Glas-Kubus als Standort für das Multiplex-Kino mit sieben Sälen und mehreren Restaurants scheiden sich die Geister. „Wir haben einen zweiten Entwurf gesehen, ein modifizierter Glaskasten“, kritisiert Peter Gabriel, Vorsitzender des Stadtplanausschusses. Wie der Sozialdemokrat würde auch der baupolitische Sprecher der CDU, Jürgen Stubbe, einem Architektenwettbewerb bevorzugen: „Wir tun gut daran, genau zu überlegen, wie Bergedorfs zentraler Eingang die nächsten Jahrzehnte aussehen soll. Was geschieht mit dem Glaswürfel, wenn der Kinobetrieb nicht läuft? In Hamburg hat gerade das Passage-Kino an der Mönckebergstraße geschlossen“, mahnt der Christdemokrat.
Einen Architektenwettbewerb oder gar, wie von der Linken gefordert, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung bei den Investoren einzufordern, hält Bergedorfs Bezirksamtsleiter für nicht durchsetzbar: „Wir sind weder in der Situation noch in der Lage, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zu fordern, gar sie zu prüfen“, sagt Dr. Christoph Krupp. „Das ist nicht Gegenstand eines Bebauungsplanverfahrens.“ Er setzt vielmehr darauf, dass die gebeutelten Banken in der derzeitigen Wirtschaftslage „besonders genau hinschauen, wofür sie Investoren ihr Geld bereitstellen“.
TAG-Prokurist Voges sieht das Projekt derweil auf gutem Wege, der Kinobetreiber sei geklärt. „Und zum geplanten Ärztezentrum haben wir bereits viele Gespräche mit Interessenten geführt.“ Voges geht davon aus, dass neben der Post vor allem Mediziner den Neubau belegen werden. „Büros planen wir nur, wenn wir Mietinteressenten finden.“ Komme das Verfahren gut voran, könne das 60-Millionen-Projekt Ende 2013 fertiggestellt sein.



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Oliver Mahns meint:
Das ist schon eine interessante These.
Jedoch ist Bramfeld auch nicht gerade geringfügig von Hartz-4-Empfängern bevölkert und das solltest du als selbst Betroffener auch wissen, nicht wahr "Chrissy"?
Vielleicht sollte ich dich auch eher als Felix ansprechen,
denn deine Kommentare, erkenne ich in kürzester Zeit...
Chrissy meint:
Oliver Mahns meint:
Was ist das bloß für ein engstirniges Gedankengut?
Gerade durch solche Überlegungen, wird ein Misserfolg eines solchen Unternehmens wie einem Multiplexkino, geradezu provoziert. Ein solches Unternehmen lebt von seiner Attraktivität und selbstverständlich können wir dafür einen Backsteinbau im "interessanten Schuhkarton-Design" errichten. Bloß wird dann ein Großteil der potentiellen Kunden ausbleiben. weil der typische Kunde eines Multiplexkinos, von extravagantem Design angezogen wird.
Weiterhin war es schon immer so, dass vor allem derjenige einen unternehmerischen Erfolg erzielt, der den Mut zu unkonventionellen Lösungen aufbringt.
Bergedorf hat endlich einmal die Chance aus diesem Provinz-Image herauszukommen und für die eigenen Einwohner, wie auch für die Bevölkerung umliegender Ortschaften, attraktiv zu werden - darum Lokalpolitiker: hört auf, mit eurem lähmenden Konservativismus und eurem ebenso lähmenden Sicherheitsdenken. Nur den Mutigen, gehört das Glück!