Bergedorfer Tafel
Viele Kinder werden zu Hause nicht satt
Montag, 9. November 2009 20:28
- Von Anne K. Strickstrock
Bergedorf. Heute schon gefrühstückt? Nicht jedes Kind, das am Mittagstisch sitzt, kann mit dem Kopf nicken. Hungrig kommen sie in den Kindergarten, in die Schule, zum Jugendclub – und freuen sich, wenn dort gekocht wird: Jedes vierte Kind in Bergedorf ist arm.
Im Bezirk müssen 26,6 Prozent aller Kinder unter sieben Jahren von Sozialleistungen leben, von den Sieben- bis 17-Jährigen sind es 19,8 Prozent.
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In das Jugendzentrum Juzena in Neuallermöhe kommen inzwischen montags und mittwochs jeweils 80 Jugendliche, um Lebensmittel zu ergattern. Im Jugendzentrum am Kurt-Adams-Platz sind es etwa 30: „Die haben Hunger und kriegen zu Hause zu wenig. Manche schwänzen die Schule und müssen sich selbst versorgen. Die gucken immer gleich in unseren Kühlschrank. Und wenn die Jugendlichen mal Geld haben, kaufen sie lieber Cola, Süßes oder Zigaretten“, berichtet Sozialpädagogin Esther Lauer.
Wenn montags das Auto der Bergedorfer Tafel am Kurt-Adams-Platz hält, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter richtig belagert: „Können wir bitte noch Bananen haben? Die nehmen wir mit zum Spielplatz“, sagt Carina Seker vom Mobilo-Projekt der Awo. Hier werden bis zu 20 Kinder zwischen acht und 14 Jahren versorgt: „Früher stand das Basteln im Mittelpunkt. Jetzt fragen die Kinder zuerst nach dem Essen. Zur Not haben wir auch immer Zwieback oder Cornflakes da“, sagt Seker, die oft den Unterschied zwischen Brokkoli und Blumenkohl erklären muss oder dass Pommes aus Kartoffeln gemacht werden.
Die Gründe für hungrige Kinder sind vielfältig: „Die Elternhäuser übernehmen keine Verantwortung, die Kinder werden sich selbst überlassen“, meint Döcke, „oder die Eltern sind auf ein bis zwei Billigjobs angewiesen. Da kann unsere Tafel den Haushalt um monatlich 50 bis 100 Euro entlasten.“ Hinzu kommt, dass die Hemmschwelle sinkt, sich helfen zu lassen, denn: „Arbeitslosigkeit ist ja heutzutage keine Schande mehr“, sagt Döcke.
150 ehrenamtliche Helfer und knapp 90 Lieferanten sorgen dafür, dass die Bergedorfer Tafel ihre Arbeit gut machen kann. Doch die Liefer-Kapazitäten sind ausgeschöpft, gerade mussten drei Anfragen aus Reinbek abgelehnt werden.
Fußballer von Bergedorf 85 spenden für Kinder-Restaurant
Freude herrscht indes beim Lohbrügger Kinder-Restaurant: Eine Spende macht es möglich, dass die Kinder weitere satt werden. „Damit können wir unser Kinder-Restaurant drei Monate lang bestreiten.“ Dankbar nimmt Bärbel Granzow den Scheck über 1500 Euro entgegen – eine sportliche Leistung. Denn das Geld hatten die Fußballer von Bergedorf 85 gesammelt. „Und Fuji Kine Film hat die Summe aufgestockt“, sagt Jens Seddig, Geschäftsführer von Fuji und Manager des Fußballklubs.
„Schmeckt das hier immer so gut?“ Die Brüder Alex (8) und Lukas (10) Frank nicken und grinsen. Und schauen staunend die Fußball-Stars an: Deran Toksöz (21) wurde gerade zum besten Amateur-Fußballer Hamburgs gewählt, Oliver Leinroth (28) ist Mannschaftsführer bei Bergedorf 85. Der Vater einer vierjährigen Tochter freut sich, das Kinder-Restaurant unterstützen zu können: „Die Kinder können ja nichts für die Situation ihrer Eltern. Ich selbst bin mit vier Geschwistern in einem Luruper Hochhaus groß geworden. Wir hatten zwar nie die besten Klamotten, aber immer genug zu essen.“
Im Spielhaus am Kurt-Adams-Platz werden an wöchentlich vier Tagen jeweils 15 bis 18 Teller gefüllt: Zwei Honorarkräfte bekochen die Sechs- bis 14-Jährigen im Kinder-Restaurant. „Manche Schüler können sich das Mittagessen im Gymnasium Lohbrügge nicht leisten. Das kostet da 3,40 Euro. Hier zahlt jedes Kind nur einen Euro, und selbst ohne Geld wird bei uns der Teller voll“, sagt Spielhaus-Leiterin Granzow. Sie weiß, dass viele Eltern im Stadtteil wenig Geld haben: „Vaters Lohn reicht eben nicht für vier Kinder.“ Und oft ist mittags einfach niemand da, der kocht: Viele Kinder müssen bis 18 Uhr warten, bis die Mama von der Arbeit nach Hause kommt.
Pizza und Toast Hawaii stehen bei den Kids besonders gern auf dem Speiseplan. „Aber auch Labskaus haben wir schon ausprobiert“, sagt Corinna Schmidt, die nun von dem gespendeten Geld der Fußballer etwas Besonderes kochen will: „Jetzt mache ich mal Rinderrouladen mit Rotkohl, das ist ein Festessen.“




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MUTTER MIT TRÄNEN !!! meint:
ARMES DEUTSCHLAND !!!
Die Politik hat VERSAGT,hauptsache die oben machen ihre taschen voll.
Ich stimme meinem Vorschreiber zu mit dem was er vor mir gechrieben hat.
Warum kümmert sich Deutschland um andere länder u verschuldet sich dadurch???
Helft doch den menschen die hier leben u steuern zahlen.
Damit ist gemeint---Der steuer zahler ist wie ne Kuh die man Melkt,mitlerweile schlachtet ihr die kuh ihr ganz tollen Politiker,hauptsache eure taschen sind voll u ihr werdet glücklich.
Ich schäme mich für dieses Land !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Papa meint:
müssen Menschen um Essen anstehen.
Ich ziehe meinen Hut für alle Ehrenamtlichen Helfer und hoffe dass unser wohl genährte Landesvater Herr Carstensen und seine innigen Freunde sich der Sache mal annehmen.
Man kann es nicht oft genug in der Öffentlichkeit bekannt machen in der Hoffnung das
die Weihnachtgans den wohlgenährten im Halse stecken bleibt.
Frank Z. meint:
Denn das Geld fürs Essen ist vorhanden.
Nehmt die Eltern in die Pflicht sich um ihre Kinder zu kümmern.
Gebt den Eltern Aufgaben und Struktur sonst wir auch aus den Kindern nie etwas.