Baustelle
Von der Brücke bis zum Fahrradparkhaus
Mittwoch, 7. Oktober 2009 18:57
Bergedorf. Bergedorfs neue Szenerie entwickelt sich. Die neue Brücke wird ab Donnerstag auf ihre Trägerpfosten gehievt. Gleichzeitig startet der Bau des Fahrradparkhauses.
Noch steht Bergedorfs jüngste Brücke auf wackeligen Beinen: Die Verbindung zwischen dem alten CCB-Einkaufszentrum und seinem gerade entstehenden Neubau ruht auf einem Schwimmponton. Doch das wird sich von Donnerstag an ändern. Zwei mächtige Telekräne beginnen damit, den 280 Tonnen schweren Brückenkoloss auf seine künftigen Pfosten zu hieven.
Den rasanten Fortschritt der Arbeiten auf der gesamten Baustelle wird Investor Fundus Fonds-Verwaltungen am Donnerstag um 11 Uhr mit der Grundsteinlegungen und dem „Brückenfest“ feiern. Auch die Arbeiten am künftigen ZOB laufen auf Hochtouren.
Hier startete jetzt der Bau des Fahrradparkhauses. Eine Fahrradgarage am Bahnhof hat bereits Mitte der 90er-Jahre ganz oben auf der Wunschliste vieler Bergedorfer gestanden. Gestern haben die Gründungsarbeiten für ein Fahrradparkhaus begonnen. 2010 sollen dort 600 Räder einen regensicheren Unterstellplatz finden.
Die Ideenvielfalt war zeitweilig geradezu atemberaubend: Vollautomatische Fahrradgaragen mit Chipkartensystem wetteiferten mit einer Fahrradwerkstatt mit angegliederter Ausleihe und Unterstellmöglichkeiten. Andere favorisierten ein Parkhaus in Form einer überdimensionalen Getränkedose. Die Lösung, die realisiert wird, ist baulich weniger futuristisch, dennoch richtungsweisend. In Bergedorf entsteht Hamburgs erstes Fahrradparkhaus an einem Bahnhof.
Es wird kein eigenständiges Gebäude: Auf einer Länge von 65 Metern wird die Stellanlage in die künftige Zufahrtsrampe zwischen Alter Holstenstraße und neuem ZOB integriert. Ursprünglich waren 300 Stellplätze im Gespräch. Hamburgs Stadtentwicklungsbehörde hat finanziell nachgebessert, die Zahl kann damit verdoppelt werden. Die Investition sei „gut angelegtes Geld auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt Hamburg“, befand 2008 Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk.
Die nächsten Tage werden 37 Bohrpfähle in den meist weichen Untergrund gepresst. Ausnahme: Dort, wo bis Mitte der 1930er-Jahre Bergedorfs zweiter Bahnhof gestanden hat, war der Untergrund seinerzeit mit einer etwa drei Meter dicken Schicht aus Schutt und Basalt verfestigt worden.
„Dieser Untergrund erfordert ein besonderes Bohrverfahren“, sagt VHH-Bauexperte Rafael Haase. „Wir wollen den Untergrund in diesem Bereich mit sechs Panzerbohrspitzen aufbohren.“ Dies werde ebenso erschütterungsarm geschehen wie bei den insgesamt 550 Gründungspfählen, auf denen später ZOB und ZOB-Parkhaus, das neue Bahnhofsgebäude und das Fahrradparkhaus ruhen. In zehn Tagen sollen die Bohrarbeiten für das Radparkhaus abgeschlossen sein.he/upb
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