Bauarbeiten
Neuer ZOB: Der Rohbau beginnt
Donnerstag, 27. August 2009 21:00
- Von André Herbst
Bergedorf. Der erste Kran vorm künftigen ZOB steht. Die kommende Woche werden zwei weitere in den Himmel wachsen. Die bis zu 40 Meter hohen Riesen sind die Vorhut von bis zu 60 Rohbauern, die auf dem Baufeld das Regiment übernehmen.
Nachdem Hamburg etwa 20 Millionen Euro nachbewilligt hat, können die VHH die Großbaustelle im Herzen Bergedorfs vorantreiben.
Für den Rohbau wurde die Riedel Bau GmbH aus Schweinfurt gewonnen. „Das ist unser erster Auftrag in Hamburg“, bestätigt Bauleiter Steffen Wegner. Thies Hinckeldeyn, VHH-Generalbevollmächtigter, schaut beim Gang über die Baustelle zufrieden: „Das Unternehmen ist eine gute Wahl, das hat alles Hand und Fuß.“ Der Zeitplan ist eng, bis März soll der Rohbau abgeschlossen sein.
Die Franken haben den Auftrag kurz vor den Sommerferien erhalten, „einen Blitzstart hingelegt“, sagt Rafael Haase. Die VHH haben den Diplom-Ingenieur als „Baurealisierungsmanager“ engagiert, um die Abstimmung zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten. Und zu koordinieren gibt es reichlich. Etwa, dass sich die bald sechs Baukräne auf dem ZOB-Gelände und der künftigen CBB-Erweiterung nicht in die Quere kommen. Wegner: „Zudem müssen Mindestabstände zu den 15 000-Volt-Oberleitungen auf dem Bahndamm eingehalten und die Kräne speziell geerdet werden.“
Wo bald ZOB-Parkhaus, nebenan der neue Bahnhof und der Busbahnhof auf dem Dach entstehen, müssen Leitungen von drei Kilometern Länge verlegt werden. „Die Versorger haben sie soweit verlegt, dass wir jetzt Gas geben können“, lobt Haase die Zusammenarbeit.
Unter der neuen Bus-Rampe zwischen Alter Holstenstraße und neuem ZOB soll ein Fahrradparkhaus entstehen. Dort werden im September die noch fehlenden Bohrpfähle gesetzt. Alle insgesamt 550 Pfähle zwischen B 5 und Alter Holstenstraße werden zu einem tragfähigen Fundament verbunden.
Auf dem Gelände wird an einer Stelle wieder gebuddelt. Wo später Pkw vom Parkhaus unterm ZOB durch einen Tunnel zur neuen CCB-Tiefgarage fahren sollen, graben sich Bagger ins Erdreich: Sie schaffen Platz für die Zufahrtsrampe.
Mit Presslufthammer und Hightech
Der Fotograf blickt verdutzt auf die Bauarbeiter. „Erst setzen sie Gründungspfähle und dann brechen sie die wieder ab?“ Der Mann irrt: Die Männer, die den knapp aus dem Erdreich ragenden Pfahl-Köpfen mit Presslufthämmern und einer großen Flex zu Leibe rücken, bereiten den nächsten Schritt der aufwendigen Gründungsarbeiten für Bergedorfs neuen ZOB vor.
„Die Eisenarmierung der Bohrpfähle muss mit den Kopfbalken verbunden werden, dafür müssen wir sie freilegen“, erläutert Bauleiter Steffen Wegner. Das künftige Geflecht aus Stahlbeton und die gut 550 Bohrpfählen darunter sollen den Komplex aus Parkhaus, neuer Bahnhofshalle nebenan und neuem ZOB auf dem Dach tragen. Bis Sommer 2010 soll alles – einschließlich Busrampen – entlang der Bahntrasse zwischen B 5 und Alter Holstenstraße fertig werden.
Eine tragende Rolle spielen die Bohrpfähle. Michael Prawitz und Nicole Poppelreuter von der Firma igs kontrollieren ihre Ausrichtung und Qualität mit Hightech-Hilfe. Ein Gerät zeigt die mittels Schallwellen-Übertragung ermittelte Pfeilerform an. Prawitz: „Bei Brüchen würde das Messgerät zudem Alarm schlagen.“
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