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Neuer Schwung für ZOB-Projekt

Großprojekte sorgen heute kaum noch für Schlagzeilen. Es sei denn, die Kosten explodieren, wie im Falle der Elbphilharmonie. Oder des Bergedorfer ZOB: Gestern hat der Senat beschlossen, 16,8 Millionen Euro nachzuschießen – plus vier Millionen „Risikozuschlag“.
Zugleich kündigte Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) an, Hamburgs Rechnungshof die Ursachen der immensen Kostensteigerung prüfen zu lassen.
Mit den zusammen 20,8 Millionen Euro hat der Senat aktuell noch einmal die gleiche Summe bereit gestellt, die die Bürgerschaft Anfang 2005 für den neuen ZOB, den Ersatzbau für den inzwischen abgerissenen Bahnhof und ein neues Parkhaus unterm künftigen Busbahnhof bewilligt hat. „Der Bürgerschaftsbeschluss beruhte auf Prognosen aus dem Jahr 2003, detaillierte Planungen und Kostenrechnungen gab es damals noch nicht“, betont Bergedorfs Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp.
Auf gut das Doppelte der ursprünglich angesetzten Kosten von 3,1 Millionen Euro kommt der Ersatz für Bergedorfs alten Bahnhof aus dem Jahr 1938. Mit dem Abriss fiel der Bestandsschutz: Neben dem neuen Gebäude lässt sich das Staatsunternehmen auch den modernen Brandschutz und neue Technik vom Steuerzahler bezahlen. 800 000 Euro zusätzlich kostet das später beschlossene Fahrradparkhaus unter der Busrampe zwischen Alter Holstenstraße und neuem ZOB.
Tatsächlich sind einige kostensteigernde Posten aber der unklaren Ausgangslage geschuldet: So war 2005 die Planung ohne Erschließungskosten beschlossen worden, erinnert sich Krupp „Es gab Überlegungen, sie aus dem allge- meinen Hamburger Topf zu finanzieren.“ Die Idee ist vom Tisch. Mehrkosten für das ZOB-Projekt; 1,2 Millionen Euro.
Mit unvorhergesehenen 800 000 Euro wird ein modernes Regenrückhaltebecken zu Buche schlagen, mit 500 000 Euro die Verlegung eines Gas-Hochdruckrohres: „Das war leider in keiner Karte enthalten“, bedauert Dr. Thomas Becker, Vorstand der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein. Die VHH fungieren als Bauherr.
Erhebliche Mehrkosten hat die Stabilisierung des Bahndamms verursacht: Es mache einen Unterschied, dicht an einer Hochgeschwindigkeitsstrecke mit ICE-Verkehr zu bauen.
Fast verdreifacht haben sich die Kosten für Planer, Statiker, Architekten und Projektsteuerung, von 2,7 auf 7,7 Millionen Euro. Aus dem Scheitern der HHA-Tochter Hamburg-Consult und den damit einhergehenden Verzögerungen haben die Verantwortlichen Konsequenzen gezogen: Mit dem Büro „Drees und Sommer“ übernehmen ab sofort professionelle Projektsteuerer die Aufgaben. Zudem kehrt Thies Hinckeldeyn zurück: Bis 2000 VHH-Vorstand, übernimmt er jetzt als „Generalbevollmächtigter“ die Funktion des Bauherren. Hinckeldeyn ist bestens qualifiziert. Der 58jährige Betriebswirt kennt nicht nur Bergedorf wie seine Westentasche, er hat zuletzt in Braunschweig einen Straßenbahn-Betriebshof realisiert: „Mit 40 Millionen Euro hat der in etwa das gleiche Volumen wie der ZOB.“
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