Superchor-Finale
Zwei Sieger, aber viele Superchöre
Sonntag, 28. Juni 2009 22:07
- Von Ilka Schröter
Bergedorf. Ein ausverkauftes Haus im Park, sechs Chöre, die darauf brannten, ihr Können auf der Bühne zu präsentieren, und insgesamt 2000 Euro Preisgeld – das waren die Zutaten für das hochkarätige Finale unseres Superchor-Wettbewerbs.

Foto: Christian Ohde
„Yeah“, mit diesem Ausruf endete der vom Oberstufenchor des Hansa- und Luisengymnasiums vorgetragene Titel „It don’t mean a thing“. Noch lauter jubelten die Schüler, als sie ihren Chor-Oscar in die Höhe recken konnten.
In zwei Kategorien vergab die Jury um Professor Wolfgang Hochstein am Sonntag den begehrten „Chor-Oscar“.
Bei den mehrstimmigen Chören war der Oberstufenchor des Hansa- und Luisengymnasiums eine Klasse für sich. Imponierend, wie die Schülerinnen und Schüler eingangs die Bühne betraten, während sie das afrikanischen Spiritual „Singabahambayo“ sangen. Die rot akzentuierten, ansonsten aber ganz in Schwarz gehaltenen Outfits schmeichelten dem Auge des Betrachters, ihr Taktgefühl ließ auch den technisch anspruchsvollen „Walzer für Sprechchor“ direkt ins Ohr gehen.
Hochstein erklärte die Entscheidung: „Wir haben den aktuellen Leistungsstand bewertet, und insgesamt war diese Gruppe eine Spur reifer, was sich im vielfältigeren Repertoire und der höheren Schwierigkeit der vorgetragenen Lieder niederschlug.“ Er sei aber sicher, dass die Mitbewerber „Gyloh Voices“ vom Gymnasium Lohbrügge in kurzer Zeit genauso gut sein könnten. „Besser!“, tönte es darauf überzeugt aus dem Publikum.
Ebenfalls mit Bravour gemeistert hatten ihre Auftritte trotz des hellen Scheinwerferlichts die vier einstimmigen Kinderchöre. So farbenfroh die T-Shirts der kleinen Sängerinnen und Sänger war auch die jeweilige Liederauswahl – etwa der „Sitz-Boogie-Woogie“ der „Gyloh Voices Junior“, „Du, komm zu mir“ vom „Nett-Chor“ der Grundschule Fiddigshagen oder „Singen macht Spaß“ vom Boberger Kinder- und Jugendchor.
Am stimmigsten hatten sich aber nach Ansicht der Jury die Jungen der Grundschule Klosterbergen präsentiert. Nicht einmal in das schwierige hebräische Stück „Hevenu shalom aleichem“ schlichen sich stimmliche Patzer ein, sogar einen Fehler von Lehrerin Heike Wagner am Klavier bügelten die Nachwuchskünstler aus.
„Ich finde, Musik macht man nicht gegen-, sondern miteinander“, betonte Wolfgang Hochstein. „Deshalb gibt es heute auch keine Verlierer wie in anderen Wettkämpfen.“ Nach den beiden Erstplatzierten, die je 500 Euro und den „Chor-Oscar“ des bekannten Bergedorfer Künstlers Norbert Jäger mit nach Hause nehmen durften, kürte er alle anderen Chöre als zweite Sieger. Sie erhielten jeweils 250 Euro für ihre Chorkassen.
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