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25 Jahre Leben am Wasser

Neuallermöhe. Wo einst grüne Wiesen waren, feiern nun 11 000 Bewohner ihren schönen Stadtteil. „Planungspastor“ Hans-Jürgen Preuß kämpfte erfolgreich gegen Lärm und einen Bahndamm.
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Foto: Anne Strickstrock
Pastor Hans-Jürgen Preuß (70).
Grüne Wiesen und Feldwege, sonst nichts: Das Gebiet, auf dem sich heute Neuallermöhe findet, war bereits im Flächennutzungsplan 73 ausgewiesen. Die Landwirte hatten die Flächen an die Hansestadt verkauft und wieder gepachtet – optimale Voraussetzungen also für den Ersten Bürgermeister Peter Schulz (SPD), hier einen Wunsch zu verwirklichen, um dringend benötigten Wohnraum für junge Familien zu schaffen. Und um für seine Wiederwahl 1974 zu werben.
Als Südgrenze des Neubaugebietes sollte die neue Marschen-Autobahn dienen. Das 200-Millionen-Mark Projekt wurde am 19. Dezember 1981 von Bundeskanzler Helmut Schmidt eröffnet. „Es heißt, dass einzig Bauer Lübbers davon richtig profitierte und für seine Flächen sieben Millionen Mark bekam“, erinnert sich Hans-Jürgen Preuß. Er war schon 1974 von der Kirche als „Planungspastor für Neu-Allermöhe“ eingesetzt worden, von St. Pauli nach Allermöhe-Reitbrook gezogen. Von hier aus beteiligte er sich am Beraterkreis des Senats und plante zugleich vier Gemeindezentren für die Landeskirche: „Wir wollten von Anfang an im Neubaugebiet präsent sein. Damals war noch von 90 000 neuen Einwohnern die Rede“, erinnert sich der heute 70-Jährige, der dafür Angebote von Pfarrämtern in Istanbul, Jerusalem und Kairo ablehnte. Stattdessen konnte er nun vom Mittleren Landweg aus bis nach Moorfleet und Bergedorf-West gucken.
Noch, denn bald wurde der erste städtebauliche Wettbewerb im Ost-Teil für 20 000 Menschen ausgeschrieben. Übersichtlich sollte es werden, ohne Hochhäuser, um nicht ein weiteres Steilshoop oder Osdorfer Born entstehen zu lassen. Das zunächst „auf 23 Quadratkilometer geplante Milliardending an der Dove-Elbe“ sollte „größer und schöner als alle Trabantenstädte“ werden, schrieben damals der Architekt Rolf Spille und der Soziologe Walter Seeler. Sie warnten die Hamburger, allzu schnell der Finanzierung zuzustimmen. Sie fürchteten zudem ein „Ghetto für Privilegierte“ – falls dann etwas Besserstehende ihre Hochhaus-Wohnungen verlassen würden, um nach Neuallermöhe zu ziehen.
Der härteste Kampf des Hans-Jürgen Preuß galt unterdessen dem Lärmschutz: „Wir gründeten die Initiative ‚Ala 25’, wir wollten die Autobahn parallel zu den Bahnschienen verlaufen lassen“, erinnert sich Preuß, der zugleich gegen die Bundesbahndirektion kämpfte. Die wollte – zur Entlastung der Elbbrücken – eine südliche Güterumgehungsbahn bis zum Verschiebebahnhof Maschen bauen, quer durchs Landgebiet. Preuß führte die Bürgerinitiative „Bisgub“ an, organisierte sogar eine Trecker-Demo bis zur Zentrale nach Altona: „Die Bahn hätte mitten durch unser Gebiet Ochsenwerder, Reitbrook und Allermöhe geführt, es sollte ein 14 Meter hoher Damm gebaut werden. Das Neubaugebiet hätte auch nicht annährend die Lebensqualität von heute gehabt, der Wall hätte den Stadtteil zerschnitten“, erinnert sich Preuß, der die Sache erst zehn Jahre später, 1984, ad acta legen konnte.
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