Jubiläum
25 Jahre Neuallermöhe: Der ganze Stadtteil feiert
Mittwoch, 24. Juni 2009 20:55
- Von Anne K. Strickstrock
Neuallermöhe. Eine Woche lang, von Sonntag bis Sonntag, feiern die 11 000 Bewohner von Neuallermöhe-Ost das 25-jährige Bestehen ihres Stadtteils. Mehr als 50 Aktionen werden unter dem Motto „25 Jahre Leben am Wasser“ angeboten, darunter Kanutouren, ein großes Kinderfest und Kirchenführungen. Doch ist die Planung des Stadtteils eigentlich gelungen?
Bei einer Talkrunde mit Hans-Ulrich Klose (SPD) wird diskutiert, wie sich der Stadtteil verändert. Denn der Hamburger Senat will 2011 das gesamte Gebiet samt dem Dorf Allermöhe, Neuallermöhe-Ost und West zu einem Stadtteil „Allermöhe“ zusammenfassen.
Es war vor einem Vierteljahrhundert die Initiative des SPD-Bürgermeisters Peter Schulz (SPD), den Flächennutzungsplan umzusetzen und nördlich der Marschenautobahn erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. Aus ganz Europa reisten schließlich Architekten und Stadtplaner an, um das moderne Neubaugebiet zu bestaunen: Ein Rasterplan gab vor, dass es alle 400 Meter ein Fleet und alle 400 Meter eine Straße geben sollte.
Ist die Planung gelungen? Wir fragten nach: „Ich arbeite gern in Neuallermöhe, habe zuvor 19 Jahre in Wilhelmsburg gearbeitet“, sagt Birgit Beyermann, die das Spielhaus an der Marta-Damkowski-Kehre leitet. Hier treffen sich täglich 30 bis 50 Kinder. „Es ist absolut nicht heftig. Neuallermöhe ist eine grüne und ruhige Schlafstadt“, meint Beyermann.
Ganz so geruhsam sehen Jochen Schweitzer und Gerd Baumgärtner ihr Revier nicht. Die bürgernahen Beamten der Polizei wissen, dass gerade der Bahnhof „zwielichtige Gestalten“ anzieht. „Und ausgerechnet daneben gibt es auch noch zwei Wohnunterkünfte“, kritisiert Schweitzer die Stadtplanung. Dennoch könne man mit allen Bewohnern durchaus gut auskommen. „Und insgesamt ist Neuallermöhe sehr gelungen, ein schöner und lebenswerter Stadtteil.“
Ähnlich sieht es Bäckermeister Heinz Hintelmann, der jedoch die Vielfalt an kleinen Geschäften vermisst: „Anfangs gab es am Grachtenplatz noch einen Fleischer und einen Frischedienst. Der Mix war besser.“ Und das bewertet eben auch die Kundschaft: „Früher hatte ich fünf Verkäuferinnen im Laden, jetzt brauche ich nur noch zwei“, sagt Bäcker Heinz.
Auch am jetzt neu und bunt gestalteten Edith-Stein-Platz ist Hintelmann präsent: „Es gibt seit der Umgestaltung ein bisschen weniger Vandalismus“, lobt der Bäcker. Doch er kritisiert auch hier die hohe Fluktuation: „Bis auf die Hamburger Bank bin ich hier der einzige, der seit 20 Jahren dabei ist. Da ist es schwer, Aktionen für die Kunden zu starten.“
Vollkommen zufrieden zeigt sich bis heute Familie Zühlke, die als erste Bewohner des Stadtteils vor 25 Jahren mit Blumen auf der Baustelle begrüßt wurde.
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