Tierrettung

Alter Obstgarten wird zum Igel-Paradies

Vanessa Haloui (rechts) und Leonie Leifheit gehen dem Wildwuchs am Pollhof an den Kragen.

Foto: Jan Schubert / BGZ

Vanessa Haloui (rechts) und Leonie Leifheit gehen dem Wildwuchs am Pollhof an den Kragen.

Bergedorf. Tierretter von „Looki“ träumen von Norddeutschlands größter Igel-Auffangstation. Die Arbeiten am Pollhof müssen rasch geleistet werden.

Bergedorf.  Sie haben Großes vor, die 30 Damen und Herren von Looki, dem Bergedorfer Verein zur Tierrettung. Am Pollhof, auf einer 1200 Quadratmeter großen Fläche direkt hinter den Lärmschutzwänden zur A 25, soll das eigene Vereinsheim entstehen – irgendwann. Zudem wollen die Naturliebhaber einen kleinen Ententeich anlegen, eine Info-Ecke für Kinder – vor allem aber eine umzäunte Auffangstation für kleine Wildtiere.

„Überwiegend werden es Igel sein, die wir hier über den Winter bringen wollen“, sagt die Vorsitzende Vanessa Haloui. Die Stacheltiere stehen unter Naturschutz und sind in ihrem Bestand bedroht. Jung-Igel sollen auf mindestens 200 Gramm Eigengewicht aufgepäppelt werden, Erwachsene brauchen weit mehr, sonst überleben sie den Winter nicht. Danach geht es wieder in die freie Natur.

Wettlauf gegen die Zeit

Ein Jahr lang verhandelte Looki mit dem Bezirksamt, bis der Verein die Fläche – einen ehemaligen, überwucherten Obstgarten – pachten durfte. Bisher konnten maximal 40 Igel in Privatgärten von Vereinsmitgliedern überwintern – auf Dauer reicht das nicht.

Nun steht am Pollhof erstmal viel Arbeit an, denn der Begriff Wildwuchs verharmlost die Lage noch: Um fünf Apfelbäume herum – sie sollen übrigens stehen bleiben – lauert das „Dschungel“-Gestrüpp. Der Traum, die Tierauffangstation noch in diesem Jahr einzurichten, wird ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn nicht weitere Freiwillige helfen.

Über weitere Grundstücke wird verhandelt

Vanessa Haloui nennt das Problem: „Ab 1. März dürfen Sträucher und Hecken nicht mehr beschnitten werden.“ Grund dafür ist der gesetzliche Vogelschutz und die Schonzeit der einheimischen Arten von Anfang März bis Ende September. Die Aufräumaktion sei für die „Lookisten“ an den verbleibenden Wochenenden (18./19. und 25./26. Februar) kaum zu stemmen. „Deshalb brauchen wir an diesen Tagen jeweils ab 12 Uhr nicht nur viele Leute, sondern auch Geräte wie Harken, Rechen oder Schubkarren sowie alte Holzleisten und Euro-Paletten für den Bau des Geheges.“ Auch ausrangierte Gartengeräte oder sonstige Materialspenden werden gern genommen.

Der Bergedorfer Verein möchte übrigens auch die Nachbar-Grundstücke hinzubekommen, diese sind 6000 und 2000 Quadratmeter groß. „Darüber verhandeln wir aber noch mit der Stadt“, sagt Vanessa Haloui. Sie betont: „Hier entsteht kein Tierheim, wir planen hier Norddeutschlands größte fachgerechte Auffangstation für bis zu 150 Igel.“ Der Aufenthalt der Stachelträger soll auf die Wintermonate beschränkt bleiben.