Bergedorfer Musiktage
Zehn Konzerte und eine Hochzeit
Montag, 16. März 2009 23:09
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Dr. Farhang Logmani ist ein unverbesserlicher Optimist. Anders ist es kaum zu erklären, dass der Allgemeinmediziner „seine“ Bergedorfer Musiktage in diesem Frühling nicht nur qualitativ auf gewohnt attraktivem Niveau hält, sondern die Zahl der Konzerte sogar noch weiter ausbaut.
Elf Klassik-Abende haben die 7. Musiktage vom 16. Mai bis 10. Juli zu bieten, das sind mehr als doppelt so viele, wie bei der Premiere 2003.
Für jedes Konzert haben Logmani und sein Team wieder interessante Veranstaltungsorte wie das Bergedorfer Schloss und die Vier- und Marschländer Kirchen gewählt. Erstmals dabei ist das Bismarck-Mausoleum in Friedrichsruh, in dem Flötenmusik vom preußischen Hofe erklingen wird (17. Juni, 20 Uhr). Ebenfalls Premiere feiern die Musiktage in der Kirche St. Nikolai in Moorfleet. Dort tritt am 5. Juni (18 Uhr) das Vokalensemble Hamburg unter der Leitung von Prof. Klaus Vetter auf.
Klarer Höhepunkt der Musiktage 2009 soll aber der 23. Mai werden. Dann setzen Logmani und sein Team wieder auf eine komplette Oper. Was vor einem Jahr mit Madame Butterfly begann, findet jetzt seine Fortsetzung im 4,5-Stunden-Epos „Die Hochzeit des Figaro“. 50 Solisten, Musiker und Chormitglieder werden Mozarts Oper im eigens umgebauten Theater Haus im Park präsentieren. Wie bei der Konzertreihe überhaupt setzen die Veranstalter auch hier vorwiegend auf junge Akteure, die fast ausschließlich vom Ensemble der Hamburger Staatsoper stammen. Unter ihnen ist auch Eleonora Wen, die schon vor einem Jahr als „Madame Butterfly“ in Bergedorf brillierte.
„Die Musiktage brauchen einen solchen Höhepunkt und das Theater Haus im Park ist dafür von der Akustik ganz ausgezeichnet geeignet“, sagt Farhang Logmani. Doch der Höhepunkt bedeutet auch einen finanziellen Kraftakt. Denn das eigens für Bergedorf einstudierte Spektakel kostet den Musiktage-Verein stattliche 30000 Euro. Nur 19000 Euro können durch den Kartenverkauf wieder eingespielt werden – vorausgesetzt das Haus im Park ist ausverkauft.
„Wir hoffen, das durch die Einnahmen aus den anderen Veranstaltungen ausgleichen zu können“, sagt Logmani. Aber gleichzeitig will er die Eintrittspreise für alle Abende auf niedrigem Niveau halten. Die Musiktage dürften damit auf Sponsoren und andere Zuschüsse angewiesen bleiben. Entsprechend verärgert sind die Organisatoren über Äußerungen von Politikern im Kulturausschuss, wonach die Konzertreihe 2009 bereits sicher durchfinanziert sei.
Dass die Aktiven des Musiktage-Vereins trotzdem ruhig schlafen können, liegt an zwei anderen Projekten. Einerseits trägt das Wirken des 2007 gegründeten Freundeskreises langsam erste Früchte. Andererseits zeichnen in diesem Jahr bereits vier Kirchengemeinden selbst verantwortlich für das jeweilige Musiktage-Konzert in ihrem Gotteshaus. „Unsere Aufgabe beschränkt sich dort im wesentlichen auf die Werbung“, sagt Farhang Logmani, der natürlich schon wieder weiter plant: „Wenn wir noch weitere solcher Partner gewinnen, kommen wir in den nächsten Jahren auf 20 Konzerte.“
Der Vorverkauf für die Musiktage beginnt am 30. März. Bis dahin sind Vorbestellungen per E-Mail unter info@bergedorfer-musiktage.de möglich. Dr. Farhang Logmani und sein Team stellen das Programm persönlich am Vormittag des Sonnabend, 28. März, an einem Sonderstand auf dem Lohbrügger Wochenmarkt vor.
Bergedorfer Zeitung Online
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