Hund misshandelt

Bergedorfer Tierquäler drohen bis zu drei Jahre Haft

Dem 13 Jahre alte „Jimmy“, alias „Smokey“, geht es nach den schweren Misshandlungen nun wieder besser.

Foto: HTV

Dem 13 Jahre alte „Jimmy“, alias „Smokey“, geht es nach den schweren Misshandlungen nun wieder besser.

Bergedorf. Die Polizei ermittelt gegen einen Bergedorfer Hundehalter und dessen Freundin wegen eines drastischen Falles von Tierquälerei.

Der 34-Jährige wird verdächtigt, seinen Border-Collie-Rüden „Jimmy“ massiv misshandelt zu haben.

Der 13 Jahre alte Hund ist am 10. Dezember abgemagert, mit vielen Narben an Kopf und Körper und frischen Fesselungsspuren an allen Beinen beim Hamburger Tierschutzverein an der Süderstraße abgegeben worden. Wie sich später herausstellte, hatte die 25 Jahre alte Freundin des Hundebesitzers das Tier dort mit der Behauptung abgegeben, sie habe den ihr unbekannten Hund am Fanny-Lewald-Ring verletzt gefunden.

Tierschutzverein erstattete Anzeige und lobte Belohnung aus

Der HTV erstattetet Anzeige und lobte 500 Euro Belohnung auf die Ergreifung des Tierquälers auf. Schnell meldeten sich mehrere Hinweisgeber, die übereinstimmend den Bergedorfer eindeutig als Besitzer des verletzten Hunde-Seniors benannten.

„Wir ermitteln wegen einer Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes“, bestätigt Polizeisprecherin Christiane Leven. Die zuständigen Ermittler der Wasserschutzpolizei hätten die Beschuldigten zur Anhörung vorgeladen, sie seien aber nicht erschienen. Nach Abschluss der Ermittlungen gehe das Verfahren dann an die Staatsanwaltschaft. Das Tierschutzgesetz sieht für Misshandlungen von Tieren Geldstrafen bis maximal 25 000 Euro und Haftstrafen bis zu drei Jahren vor. „In der Regel kommen Ersttäter aber mit Bewährungsstrafen davon“, erklärt Benjamin Kirmizi, Tierschutzberater beim HTV. Zudem könne das Gericht ein Tierhaltungs-Verbot aussprechen.

Jimmy geht es wieder besser - Hund "sicherghestellt"

„Jimmy“ (oder „Smokey“, wie der HTV den Hund aus Unkenntnis seiner bisherigen Identität genannt hat), sei auf dem Weg der Besserung. Kirmizi: „Die Wunden verheilen, er ist überraschend zutraulich und verschmust.“ Noch sei das Tier sichergestellt, nach Abschluss der Ermittlungen soll „Jimmy“ zur Neuvermittlung freigegeben werden.

Der Fall lässt in den sozialen Netzwerken die Emotionen hoch kochen. In einer lokalen Hundefreunde-Gruppe bei Facebook wird der mutmaßliche „Hundeschänder“ mit Namen, Foto und seinem Online-Profil öffentlich an den Pranger gestellt. „Vertraut diesem Mann nie wieder ein Tier an“, verlangt die Frau, die vor einem Jahr „Jimmy“ nach dem Tod der Vorbesitzerin an den Bergedorfer vermittelt hatte: „Ich mache mit deshalb nun große Vorwürfe.“

Online-Pranger: Tierfreunde reagieren radikal

Andere fordern in öffentlichen Bergedorf-Gruppen „den Galgen“ für den Beschuldigten. Man müsse den Tierquäler „genauso fesseln und foltern“, wie dieser seinen Hund, oder drohen ihm Schläge an.

„Gewalt ist doch keine Lösung“, sagt Benjamin Kirmizi vom HTV: „Oft sind in solchen Fällen Tierhalter überfordert. Dann kann man sein Tier rechtzeitig bei uns abgeben.“