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Neuer HAW-Standort? Wenn Umzug, dann City

Ulmenliet: Sind die Tage der HAW-Fakultät Life Sciences an diesem Standort gezählt?

Foto: Elke Stagat / HAW Hamburg

Ulmenliet: Sind die Tage der HAW-Fakultät Life Sciences an diesem Standort gezählt?

Lohbrügge. Die Gedankenspiele um einen neuen Standort sorgen für Diskussionen. Jetzt spricht der Dekan ein Machtwort.

Lohbrügge.  Das Präsidium der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) zeigt sich „überrascht“ von Bergedorfs Gedankenspielen zum Umzug ihres Standorts Lohbrügge in den künftigen Stadtteil Oberbillwerder. Was Bezirksamtsleiter Arne Dornquast zur Attraktivitätssteigerung des künftigen Quartiers auf den Feldern nördlich von Neuallermöhe-West vorschwebt, sei allerdings zu kurz gedacht.

„Wenn wir umziehen, dann sicher nicht auf die grüne Wiese. Sollte wegen der allmählich in die Jahre kommenden Lohbrügger Gebäude tatsächlich eine Standortverlagerung nötig sein, dann ziehen wir ins Hamburger Zentrum, möglichst in die Nähe unserer Zentrale am Berliner Tor“, sagt Prof. Dr.-Ing. Heinrich-Andreas Biesterfeld. Der 57-jährige Bauingenieur ist seit Oktober Dekan des Standorts Lohbrügge, der bei der HAW unter dem Titel „Campus Bergedorf“ Heimat der Fakultät Life Sciences ist – Oberbegriff der „Lebenswissenschaften“ von Bio-, Umwelt-, Verfahrens- und Medizintechnik über Wirtschaftsingenieurwesen bis hin zur Lebensmittelwissenschaft.

Idee überrascht Hochschule

Biesterfeld betont, dass seine klaren Worte mit dem Präsidium der HAW abgestimmt sind: „Die Hochschule ist von der Bergedorfer Diskussion überrascht worden. Von unserer Seite gibt es aktuell keinerlei Umzugspläne“, betont der Dekan. Tatsächlich sei die Fakultät Life Sciences ein Erfolgsmodell: „Wir haben mit der Zahl von 3900 Studierenden die maximale Auslastung des Campus’ erreicht, 26 hochmoderne Labore und 81 Professoren.“ Nur die bauliche Hülle aus den frühen 1970er-Jahren werde definitiv nicht mehr ewig halten und sei aus energetischer Sicht schon heute alles andere als modern.

Wann diese „äußeren Umstände“ den Umzug unumgänglich machen, mag Heinrich-Andreas Biesterfeld nicht voraussagen – obwohl er vom Fach ist. „Tatsache ist aber, dass wir parallel zum laufendem Studienbetrieb keinen Neubau am Standort Lohbrügge realisieren können. Dafür ist die Fläche eindeutig zu klein.“

Ob dann ein Umzug folgt, oder nach einer anderen Lösung gesucht werden wird, lässt die Hochschule offen, verweist auf die Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF). „Bevor wir konkreter über Umzugspläne überhaupt nachdenken, werden wir das intensive Gespräch mit der Behörde suchen. Denn dort liegt letztlich auch die Entscheidung“, stellt Biesterfeld klar.

„Reine Planspiele ohne wirklichen Anlass“

Auf Nachfrage unserer Zeitung spielt BWF-Sprecherin Julia Offen den Ball zurück: „Wenn es um die Sicherung oder die Weiterentwicklung von Forschung in Hamburg geht, stehen wir immer an der Seite unserer Hochschulen.“ Sollte die HAW einen Umzug favorisieren, werde das natürlich diskutiert. „Aber bisher sind das reine Planspiele ohne wirklichen Anlass“, betont Julia Offen.