HAW-Forschung

Windriesen: Gegner weiter auf Sturm gebürstet

Prof. Werner Beba erläutert den Besuchern im Hörsaal der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) seine Pläne mit dem Windpark an der A25.

Foto: Gerrit Pfennig

Prof. Werner Beba erläutert den Besuchern im Hörsaal der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) seine Pläne mit dem Windpark an der A25.

Bergedorf. Bei der Informationsveranstaltung zu den geplanten Forschungs-Windrädern an der A25 äußerten Vertreter der Bürgerinitiativen harsche Kritik.

Seit Monaten sorgen die fünf an der A 25-Ausfahrt Bergedorf geplanten, 180 Meter hohen Windkraftanlagen für Diskussionen. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) wollte mit ihrer Informationsveranstaltung am Dienstagabend die Wogen glätten, doch am Ende blieben die Fronten verhärtet – besonders mit den Bürgerinitiativen aus dem Landgebiet.

Forschung soll auch dem Tierschutz dienen

Mehr als 100 Besucher waren der Einladung gefolgt und ließen sich im Hörsaal darüber informieren, welche wissenschaftlichen Erkenntnisgewinne sich die HAW von den Windrädern erhofft. So sollen mehrere Forschergruppen an dem neuen Standort aktiv werden.

Dabei soll es um Möglichkeiten der Speicherung von Energie gehen, das Strömungsverhalten an den Rotoren, die Lautstärke der Aggregate sowie den Schutz von Fledermäusen. Laut Statistik würden jährlich 9,5 Tiere an jeder der 25 000 Windkraftanlagen in Deutschland verenden, sagte Prof. Carolin Floeter, Biologin vom Department Umwelttechnik. Die Idee sei beispielsweise, eine automatische Abschaltung der Anlagen zu Tageszeiten einzurichten, an denen die Tiere besonders aktiv sind.

Hamburg soll Hauptstadt der Energiewende werden

Prof. Werner Beba, Chef des HAW-Energie-Campus, erhofft sich von dem Windpark viel: „Hamburg ist jetzt schon Windkraft-Hauptstadt und hat das Zeug dazu, auch die Hauptstadt der Energiewende zu werden.“ Die fünf Windräder kämen zudem direkt den Bergedorfern zugute und würden Strom für Tausende Haushalte liefern. Eigentümer von jeweils zwei Windrädern sollen die HAW und Planer Dr. Ole Augustin sein. Es sei geplant, dass sich an dem fünften Windrad Bürger als Anteilseigner beteiligen könnten, so Beba.

Gegner kritisieren Genehmigungsverfahren ohne öffentliche Beteiligung

Die drei Bürgerinitiativen (BI) aus dem Landgebiet konnte Beba damit jedoch nicht beschwichtigen. Sie erneuerten in einer eigenen Präsentation die Kritik an dem Bauvorhaben, das voraussichtlich Mitte 2016 fertiggestellt sein soll. „Ein öffentliches Verfahren würde der Sache und der öffentlichen Akzeptanz dienen“, betonte BI-Sprecher Karsten Paulsen. Für die Forscher um Beba bleibt damit viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Die HAW präsentiert ihr Projekt am Sonnabend, 7. November, 15 bis 23 Uhr, bei der „Nacht des Wissens“ im Energie-Campus (Am Schleusengraben 24). Dort ist auch ein maßstabsgetreuer Windrad-Generator zu sehen.