Neuengamme. Umweltsenator zu Gast auf Ronjas hohem Haupt

NET OHG  Jens Kerstan (Die Grünen) weiht neue Anlagen in Neuengamme ein

Neuengamme..  Vor 20 Jahren schlug in Neuengamme die Geburtsstunde von Ronja. Damals errichtete die Bergedorfer Firma NET OHG ihre erste Windkraftanlage in Neuengamme. Am selben Tag erblickte Ronja, die Tochter von Jens Heidorn, das Licht der Welt. Ihm und Geschäftspartner Klaus Soltau, die gemeinsam die Windenergiefirma betreiben, war sofort klar: Die Windenergieanlage wird ihren Namen tragen. Statt gewöhnlichen Seriennummern ist jede Anlage der NET OHG seitdem nach einem Familienmitglied benannt, ragen Ilka, Carl oder Ben in die Höhe.

In diesem Jahr ist Ronja sogar in die Höhe gewachsen: Die alte Anlage von 1995 war eine von drei Anlagen, die abgebaut und in diesem Frühjahr durch zwei neue Windräder ersetzt wurden. Mit 100 Meter Nabenhöhe und 50 Meter Flügellänge sind „Ronja“ und „Ilka“ die größten Windräder des Bezirks. Zusammen produzieren sie etwa 10 Millionen kWh pro Jahr und damit so viel wie zuvor alle zwölf Anlagen in Neuengamme zusammen.

Mehr als sechs Jahre kämpften Jens Heidorn und Klaus Soltau dafür, die hohen Anlagen errichten zu dürfen. Nun ist es geschafft. Diesen Erfolg wollten die beiden Geschäftspartner am Freitag feiern, sich bei Unterstützern und Förderern bedanken – und die beiden neuen Anlagen durch Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie, offiziell einweihen lassen.

Bei der Gelegenheit ließ es sich der Grünen-Politiker nicht nehmen, über steile Leitern und einen engen Aufzug auf die Spitze von „Ronja“ zu fahren. „Das hat sich definitiv gelohnt“, sagte der Senator mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Die Windenergie sei eine riesige Chance für die Stadt. „Doch wenn Hamburg die Windenergiehauptstadt in Europa sein will, kann keiner so tun, als wolle er mit den eigentlichen Windanlagen nichts zu tun haben“, sagte der Senator. Sorgen der Kritiker vor Lärm, Befeuerung oder Schlagschatten nehme er ernst. „Doch wer die Energiewende will, der muss mit einer dezentralen Versorgung rechnen und dass damit die Anlagen näher an die Nachbarschaft rücken“, so Kerstan.

Die NET OHG lädt am heutigen Sonnabend zum Tag der offenen Tür am Windpark ein. In der Zeit von 11 bis 18 Uhr gibt es die Chance, einen Blick in die Anlagen zu werfen, und Gelegenheit zum Austausch. Zufahrt über Neuengammer Hausdeich 101.