Neue Mitte
Ideenwettbewerb für Bummelbaustelle?
Sonntag, 22. Februar 2009 22:12
- Von André Herbst
Bergedorf. Die Bummelbaustelle um den alten ZOB: Während die Wirtschaft immer lauter über einen Abschied von Investor Fundus nachdenkt, wollen CDU und GAL die brachliegende Baustelle im Herzen Bergedorfs anderweitig nutzen.

Foto: Susanne Wieneke
Derzeit sorgen auf Bergedorfs Bummelbaustelle fast ausschließlich Züge und Bahnkunden für Bewegung.
Die Funkstille ist zwar beendet: Zwischen Hansestadt und Investor Fundus wird wieder gesprochen, jetzt sind auch Bauarbeiter am Rande der geplanten Neuen Mitte bei der Arbeit. Nach Monaten Unterbrechung soll die Fertigstellung des Fußgängertunnels unter der B 5 vorangetrieben werden. Derzeit sind Experten dabei, eine Erdgas-Hochdruckleitung zu verlegen, die dem Vorhaben noch im Wege liegt.
Zwischen Serrahn und künftigem Bahnhof tut sich jedoch ansonsten wenig. Streit um die Kosten einer Zufahrt vom Parkhaus unterm neuen ZOB zur geplanten Tiefgarage unter der CCB-Erweiterung haben den Fortgang, wie berichtet, erheblich behindert. Fundus lässt jetzt Alternativen prüfen, so eine Tiefgaragenzufahrt direkt vom Weidenbaumsweg. Derweil ist der Verkauf der städtischen ZOB-Fläche an den CCB-Eigentümer noch immer nicht über die Bühne gebracht.
Aus Bergedorfs Wirtschaft werden Stimmen lauter, notfalls nach einem anderen Investor Ausschau zu halten. Jetzt macht sich die GAL-Bezirksfraktion dafür stark, dem Stillstand im Herzen Bergedorfs positive Seiten abzugewinnen. Für die Bezirksversammlung am Donnerstag (Rathaus, 18 Uhr) beantragt sie, einen Ideenwettbewerb auszuschreiben: Bürger sollen ihre Gedanken für eine zwischenzeitliche Nutzung der Fläche anmelden.
„Uns erscheint vieles vorstellbar, etwa die Herrichtung für sportliche Aktivitäten“, sagt GAL-Fraktionschefin Liesing Lühr. „Oder als Ausstellungsfläche nach dem Motto Kunst ohne Bau.“ Vieles sei besser, als dass Bergedorf und seine Bürger noch Monate unter der Bummelbaustelle leiden. „Eine zeitlich begrenzte Zwischennutzung kann zu einer Belebung beitragen und den von der Baustelle besonders betroffenen Einzelhandel im Weidenbaumsweg Fußgängerfrequenz bringen.“
Die Geschäfte hat auch die CDU im Blick. Allerdings möchte sie ihnen dadurch helfen, dass der ehemals quer übers Baufeld verlaufende Weidenbaumsweg als Parkraum freigegeben wird. Zudem solle das Bezirksamt prüfen, die alte ZOB-Fläche für weitere Stellplätze herzurichten. Nicht zuletzt fordert die Union, den Ärzten und Geschäften zu gestatten, mit Hinweisschildern an den Bauzäunen auf sich aufmerksam zu machen.
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