Steuererklärungen
Bergedorfer Finanzamt so langsam wie noch nie
Donnerstag, 21. Juni 2012 19:55
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Im Hamburger Vergleich war das Bergedorfer Finanzamt letztes Jahr mit Abstand am langsamsten. Die Bearbeitungszeit der eingereichten Einkommenssteuererklärungen betrug durchschnittlich 11,3 Wochen. Laut Finanzbehörde handle es sich um einen einmaligen Aussetzer.

Foto: Diekmann
Im Bergedorfer Finanzamt blieben die Einkommenssteuererklärungen im Hamburger Vergleich mit Abstand am längsten liegen. Ein einmaliger Aussetzer, verspricht die Behörde.
Kein gutes Zeugnis für Bergedorfs Finanzamt: Das Team um Vorsteher Torsten
Christlieb war 2011 im Hamburger Vergleich mit Abstand am langsamsten, was
die Bearbeitung der eingereichten Einkommenssteuererklärungen betrifft. Und
sogar der Blick auf die eigenen Zahlen der vergangenen Jahre verwundert:
Waren die Bergedorfer Beamten 2003 mit 4,5 Wochen noch auffallend schnell,
sogar Spitzenreiter im Hamburger Vergleich, brauchten sie im vergangen Jahr
mehr als zweieinhalb Mal so lange: Stattliche 11,3 Wochen weist die
Statistik aus, die der Senat jetzt auf eine Kleine Anfrage des
FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Robert Bläsing veröffentlicht hat.
Finanzbehörden-Sprecher Daniel Stricker sieht in den 2011er Zahlen einen
einmaligen Aussetzer: „Das vergangene Jahr war im Finanzamt Bergedorf durch
einen extrem hohen Krankenstand gezeichnet. Deshalb konnte nicht in
gewohntem Umfang gearbeitet werden“, sagt Stricker. „Mit dem Jahreswechsel
hat sich die Lage deutlich entspannt. Heute liegen die Bergedorfer wieder
bei einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 8,5 bis neun Wochen.“
Beim Auswerten des vorgelegten Zahlenwerks fällt auf, dass die
Bearbeitungszeiten an Hamburgs 15 Finanzämtern seit 2003 kontinuierlich
gestiegen sind. Lag die Zeit von der Abgabe der Unterlangen durch den Bürger
bis zum Eintreffen des fertigen Bescheids in seinem Briefkasten vor neun
Jahren noch bei etwa 6,5 Wochen, wuchs sie über rund acht Wochen in 2005 bis
auf knapp zehn Wochen in 2010. Erst 2011 rutschte sie leicht auf 9,5 Wochen
– mit Ausnahme von Bergedorf, dessen Durchschnitt von 8,1 auf 11,3 Wochen
stieg.
Das umfangreiche vorgelegte Zahlenwerk des Senats spiegelt aber auch Positives
für das Team von Torsten Christlieb wider: Insgesamt wurden in Bergedorf
2011 exakt 34.814 „Einkommenssteuerfälle“ für die Jahre 2009 und 2010
eingereicht. Trotz der langen Wartezeit scheinen die Bergedorfer mit der
Arbeit der Beamten weitgehend zufrieden zu sein. Nur 4,9 Prozent der
Eingänge waren Widersprüche – so wenige, wie in keinem anderen Hamburger
Finanzamt. Deren durchschnittliche Quote liegt bei knapp acht Prozent.
Von den 4775 Widersprüchen gegen die Bescheide der Bergedorfer Finanzbeamten
wurden 2777 durch Abhilfen vom Amt korrigiert. 60 Bürger hatten durch Klagen
Erfolg, keine einzige wurde von ihnen verloren. Rund 2000 Widersprüche
blieben wegen der personellen Engpässe allerdings liegen und mussten nach
dem Jahreswechsel bearbeitet werden.

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche















anders meint:
Kirchwerder meint:
Steuerzahler 2.0 meint:
31.05.2012 eingereicht (für 2011), Stichtag: 07.06.2012, lag am 15.06.2012 im Briefkasten ...
Zahlen Sie jetzt 10xx Euro nach ... :-(
Tippe mal: Bei Nachzahlungen geht da ein "Wecker" an und Prio 1 ...