Sternwarte
Fotoplatten zeigen das Universum
Sonntag, 10. Juni 2012 19:08
- Von Ina Vollmer
Bergedorf. Es hat sich herumgesprochen, dass Bergedorfs Sternwarte womöglich zum Unesco-Weltkulturerbe werden soll. Und dass die Anlage nunmehr runde 100 Jahre alt ist. So reisten zum Tag der offenen Tür am Wochenende Hunderte Neugierige an – darunter auch viele Menschen von auswärts.

Foto: Schlinzig
Der Tag der offenen Tür in der Bergedorfer Sternwarte (hier eine Fotomontage) lockte Hunderte Neugierige an.
Die Sternwarte bietet derzeit auch für Kenner Neues. So sind zum ersten Mal
ein halbes Dutzend der ersten Fotoplatten von Bernhard Schmidt ausgestellt,
der in Bergedorf das weltbekannte Schmidt-Teleskop mit verfeinertem Schliff
konstruierte. Für nur 15 Mark pro Stück hatte der Forscher im Jahre 1918 der
Bergedorfer Sternwarte seine Fotoplatten angeboten. Die ausgestellten
Platten zeigen den Mond und den Saturnnebel.
Diese Exemplare sind Teil einer Sammlung von insgesamt 35?000 Fotoplatten, die
in 100 Jahren in der Sternwarte entstanden sind. Ein Schatz der
Wissenschaft, den die Sternwarte allen Menschen zugänglich machen möchte.
Mitarbeiter Dr. Detlef Grothe möchte die Bilder nach und nach einscannen und
ins Internet stellen. Ein genauer Blick ins Universum ist mit ihnen möglich
– auch wenn seit den Aufnahmen einige Jahrzehnte vergangen sind.
Die kleine Ausstellung war am Wochenende aber nur eine von vielen
Attraktionen. So wurde ein Film über den Venus-Transit von vergangener Woche
gezeigt, gab es Führungen und Kinderangebote. Der achtjährige Mike war ganz
begeistert vom Wasser-Raketen-Start: „Man tut Wasser in die Flasche, tut
dann die Flügel ran und pumpt. Wenn das Ventil abfliegt, dann startet die
Rakete“, erklärte er wie ein richtiger Forscher. Seine Mutter Helga
Hildebrandt (49) wohnt schon seit fünf Jahren in Bergedorf, war aber noch
nie auf der Sternwarte. „Wenn ich das hier so sehe, stelle ich es mir
spannend vor, Astronomin zu sein“, sagte sie.
Geophysik-Student Julian Arnold kam extra aus Hoisbüttel (nördlich von
Hamburg) nach Bergedorf. Der 24-Jährige ist Astronomiefan und hat selbst zu
Hause ein kleines Teleskop. „Deshalb wollte ich diesen Tag auf der
Sternwarte auf keinen Fall verpassen.“
Artikelkommentare abonnieren
Kommentar abgeben
Noch kein Kommentar abgegeben

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche














