06.06.12

Jubiläum

100 Jahre Beobachtung auf dem Gojenberg

Bergedorf. Die Sternwarte bereitet sich auf einen Besucheransturm vor: Am Sonnabend feiert das Observatorium am Gojenbergsweg seinen 100. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür. Von 15 Uhr bin in die Nacht sind Gäste jedes Alters auf dem weiten Parkgelände und in seinen zahlreichen Kuppelgebäuden willkommen. Von Ulf-Peter Busse

Sternwarte
Foto: Schlinzig Am Sonnabend lädt die Sternwarte anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens zu einem Tag der offenen Tür auf den Gojenberg - bei klarem Himmel abends auch mit Sternenbeobachtung. Die Nachtaufnahme von den historischen Kuppelgebäuden stammt von BZ-Leserreporter und Hobby-Astronom Helge Schlinzig aus Glinde, der auch das Bild der Sterne für die Fotomontage mit seinem Teleskop gemacht hat.

"Wie kann man Schwarze Löcher sehen?" ist einer der vielen Vorträge überschrieben (21.45 Uhr, Bibliothek). Ein anderer greift mit "Unsere Suche nach neuen Welten" (18 Uhr, Bibliothek) einen Forschungsschwerpunkt der Bergedorfer Astrophysiker auf, der Antworten sucht auf die Frage aller Fragen: Gibt es Leben auf anderen Planeten? Und überhaupt: "Wie groß und alt ist unser Universum?" (19.15 Uhr, Bibliothek).

Sternwarte
Foto: Busse Bei klarem Himmel öffnen sich die Kuppeln und geben den Blick für die Fernrohre frei.

Wer das alles als Science-Fiction abtut oder als Kinder-Fantasien, wird von Sternwarten-Direktor Prof. Dr. Peter Hauschildt und seinem Team Sonnabend eines Besseren belehrt. Denn die Professoren selbst sind es, die spannende Einblicke geben in ihre Arbeit an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf – dem ältesten Observatorium der Welt, das heute noch als Standort von Spitzenforschung einen Namen hat. Gleichzeitig gilt es der Unesco als herausragendes Zeugnis der Wissenschaftsgeschichte der Menschheit, weshalb diese Sternwarte auf dem Weg zum Weltkulturerbe ist. Details dazu gibt es um 17 Uhr beim Auftritt der Hamburger Welterbe-Koordinatorin Dr. Agnes Seemann im Besucherzentrum.

Neben den Vorträgen gewährt der Tag der offenen Tür auch ganz plastisch Einblicke in die Geschichte sowie die Zukunft der Sternenforschung. Denn die Kuppelbauten beherbergen einerseits museale Instrumente wie das neun Meter lange Fernrohr des Großen Refraktors von 1909. Andererseits aber auch modernste Technik wie das "Hamburg Robotic Telescop", das hier für seinen Einsatz in Mexiko vorbereitet wird, dann ferngesteuert aus Bergedorf.

Sternwarte
Foto: Busse Das alte 1-Meter-Spiegelteleskop ist bereits restauriert.

Natürlich kommen Sonnabend auch Kinder auf ihre Kosten. Vorträge wie "Unser Sonnensystem" (15.45 Uhr, Besucherzentrum) oder "Wie viel Sterne stehen am Himmel?" (18.15 Uhr, Besucherzentrum) richten sich gezielt an die Jüngsten (ab sechs Jahre). Zudem gibt es "Raketenstarts", eine Rallye über das ganze Sternwarten-Gelände und reichlich Beobachtungsmöglichkeiten für die ganze Familie in den Kuppelbauten.

Zum Auftakt des Programms haben sich für 15.15 Uhr sogar Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt und die Vize-Präsidentin der Uni Hamburg, Prof. Rosemarie Mielke, angesagt. Der Festakt in der 100 Jahre alten Bibliothek im Hauptgebäude blickt zurück auf den Sommer 1912: Damals zog die Sternwarte nach sechsjähriger Bauzeit vom Millerntor nach Bergedorf. An ihrem Gründungsstandort war es den Forschern nach 109 Jahren zu laut, zu hell und zu dreckig geworden.

Das Programm im Überblick: www.hs.uni-hamburg.de

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