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Ordnungsdienst soll noch mehr Knöllchen schreiben

Bergedorf. 7919 Knöllchen klemmten die sieben Mitarbeiter des Bergedorfer Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) im vergangnen Jahr hinter die Scheibenwischer von Falschparkern und erwirtschafteten damit Einnahmen von 105.000 Euro. Doch das ist noch steigerungsfähig.
Nach Wunsch des Senats sollen die BOD-Mitarbeiter noch verstärkt für die Überwachung von Falschparkern eingesetzt werden.
Foto: Schwirten
Nach Wunsch des Senats sollen die BOD-Mitarbeiter noch verstärkt für die Überwachung von Falschparkern eingesetzt werden.
Die Tendenz ist klar: Im Jahr 2010 schrieben die BOS-Mitarbeiter nur halb so viele Knöllchen: Da brachten 3685 BOD-Strafzettel zusammen 58.000 Euro ein. Der Stadt Hamburg ist aber auch die Verdopplung noch nicht genug. Laut einem Strategiepapier des Senats sollen die BOD-Mitglieder sich nun vermehrt der Überwachung des bewirtschafteten Parkraums widmen – also dort Knöllchen schreiben, wo das Parken kostenpflichtig ist und Autofahrer ihre Zeit überschreiten oder erst gar keinen Parkschein gelöst haben. „Diese Plätze sind für Kurzzeitparker gedacht“, erklärt Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, „aber oftmals stehen dort Fahrzeuge einen ganzen Tag lang. So etwas soll nun mehr geahndet werden.“
Doch das Vorhaben stößt auf Kritik. „BOD-Mitarbeiter sind nicht in erster Linie Politessen oder Geldeintreiber“, sagt Jörg Froh, innenpolitischer Sprecher der CDU-Bezirksfraktion und hauptberuflich Polizist in Billstedt. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs ist nach seinen Worten in erster Linie eine polizeiliche Aufgabe, beim BOD dagegen eher eine Nebenfunktion: „Die Bezirklichen Ordnungsdienste wurden im Jahr 2006 als Nachfolger des zentralen Städtischen Ordnungsdienstes (SOD) eingerichtet, um Querschnittsaufgaben im Management des öffentlichen Raums wahrzunehmen.“ Dazu gehören laut Froh die Kontrolle der Leinenpflicht bei Hunden, die Ahndung von illegalen Lagerfeuern oder Zeltlagern und die Überwachung von Sondernutzungen öffentlicher Wege etwa durch gastronomische Betriebe im Sommer. Oder die Verfolgung von Umweltsündern, die ihren Müll in die Feldmark kippen. Jörg Froh befürchtet nun, dass die BODler diese Aufgaben vernachlässigen, wenn sie nun auch noch Parkraumzeiten alleinverantwortlich kontrollieren.
In anderen Hamburger Bezirken sind die BOD-Mitarbeiter längst zu Knöllchenschreibern gewandelt, wie eine Aufstellung aus dem Rathaus zeigt. Schon seit 2007 ist in Hamburg-Mitte, Altona oder Hamburg-Nord bestenfalls jeder 20. vom BOD geahndete Verstoß keine Parksünde. In Bergedorf dagegen war lange Zeit nur gut die Hälfte der Strafzettel ein Parkknöllchen, bevor deren Anteil seit 2010 drastisch anstieg. Bezirksamtsleiter Dornquast aber befürchtet keine Vernachlässigung anderer BOD-Aufgaben: „Sobald wir mit den Knöllchen aus der Parkraumbewirtschaftung ausreichend Einnahmen haben, können wir damit einen zusätzlichen BOD-Mitarbeiter beschäftigen.“
Nach Einschätzung von Hans-Jürgen Gaeth, Chef der vier polizeilichen Knöllchenschreiber in Bergedorf, könnte das aber schwierig werden: „Die Fünf-Euro-Knöllchen auf Parkplätzen bringen doch nichts. Das geht alles für Porto und Verwaltung weg. Parken im Halteverbot oder in der Feuerwehreinfahrt – da klingelt es in der Kasse.“
19 Kommentare
Verkehrsfuchs meint:
@Cheyenne. Du bist ja ein richtig geiler Typ, mit einem Auto vom Steuerzahler als Schwanzersatz, toll! Schön, dass Du gerne essen gehst. Geh´ bitte in Zukunft woanders hin, solche Filzläuse brauchen wir hier nicht.
Solche Wichtigtuer bringen die Debatte nicht einen Millimeter voran.
Wer falsch parkt, muss eben die Konsequenzen ertragen. Und wenn die Kontrollen verschärft werden, werden es eben mehr Leute sein, die zahlen müssen.
Es wäre schön, wenn mehr Menschen einfach mal darüber nachdenken würden, wo und wie sie gegen Regeln verstoßen, und was den Verkehr hier angeht, sollten die Verantwortlichen mal darüber nachdenken, ob eine Stadtbahn, oder Straßenbahn, oder ein wie auch immer geartetes Verkehrsmittel nicht geeigneter wäre als das Auto. Als Lösung für die nächsten Jahre bleibt aber nur, mit dem Auto zu leben. Das lässt sich wohl nicht vermeiden...
Cheyenne meint:
@ Olli:
Ich fahre ein richtig dickes Auto, welches einen sechsstelligen Betrag gekostet hat. Außerdem gehe ich abends gern Essen. Da man vor den wenigsten Restaurants einen Parkplatz findet, stelle ich mein Auto immer direkt vors Lokal. Man muss einfach verstehen, dass ich allein durch die Mehrwertsteuer, die mit dem Autokauf fällig wurde dem Staat gut 20000 Euro gespendet habe. Außerdem bin ich meistens nach 2 Stunden schon wieder weg.

Okay, ein paar Dinge stimmen nicht ganz: Die Protzkarre finanzieren die Steuerzahler (hä hä) und wenn ich vom Fußweg wieder wegfahre, kommt sofort der nächste SUV. Aber ist das denn sooo schlimm?
Fußgänger meint:
Lieber Herr Gäth,
wenn Ihnen 5 Euro nicht reichen, dann kontrollieren Sie doch mal abends in der Holtenklinker Straße! 500 Euro am Abend dürften da locker drin sein. Dort wird nicht nur ein Parkplatz besetzt, sondern der Fuß- und Radverkehr durch Falschparker massiv behindert. Oder spricht aus polizeilicher Sicht etwas dagegen?

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