Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/bergedorf/article141546/Muellkippe_zwischen_Idylle_Moschee_und_Einkaufen.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Müllkippe zwischen Idylle, Moschee und Einkaufen

Bergedorf. Ein alter Verband, Tüten, Kronkorken und Kippen säumen den Weg, sogar eine schwarze Unterhose und etliche zerbrochene Wodkaflaschen. Die Anwohner sind erbost über den immer neuen Müll am Schleusengraben. Die Initiaitve "Hamburg räumt auf" soll jetzt Abhilfe schaffen.
Dreck soweit das Auge reicht: Hier lässt sich der Blick auf den Schleusengaben nicht genießen.
Foto: Strickstrock
Dreck soweit das Auge reicht: Hier lässt sich der Blick auf den Schleusengaben nicht genießen.
Im Schleusengraben liegt ein Einkaufswagen, der Uferbereich an der Seite zur Moschee und zu „Kaufland“ ist schrecklich verdreckt. „Es sieht aus wie auf der Müllkippe, man muss sich schämen“, sagt eine Anwohnerin der Holzhude, die sich mehrfach beim Ordnungsdienst meldete, auch einen Brief ans Bezirksamt schickte. Allein: „Angeblich laufen seit zwei Jahren Gespräche, passiert ist nichts, alles nur Larifari.“
Rund um das Lichtwarkhaus hingegen wurde jetzt fleißig mit Besen, Pickern und Schaufeln gewerkelt: Die Gartenbauabteilung machte alles hübsch und sammelte Müll ein. „Aber für die andere Uferseite sind wir nicht zuständig, das ist keine öffentliche Grünanlage“, sagt Wolfgang Charles und verweist an die Wasserwirtschaft.
Dort jedoch zuckt Andreas Pohl von der Gewässerunterhaltung mit den Schultern: „Wir haben da mal vor zwei Jahren den Böschungsfuß befestigt, aber regelmäßig räumen tun wir nicht.“ Das sei auch personell kaum zu schaffen: „Früher konnte man noch Ein-Euro-Kräfte losschicken, aber das ist leider vorbei“, meint Pohl, dessen Chef Uwe Wehling bestätigt: „Wir schaffen mit unseren knappen Mitteln nur das Allernötigste auf Zuruf.“ Allerdings wolle er sich bemühen, das Stadtbild zu den Oster-Feiertagen zu entmüllen oder auch zum Auftakt der 850-Jahr-Feier in Bergedorf.
Anwohner Klaus Fischer ist erbost: „Die Politik kümmert sich nicht um das Problem, findet einfach kein Konzept“, meint der 74-Jährige, der schon selbst Wolldecken und uralte Rattenfallen weggeschmissen hat: „Kaufland hat zwar eine kleine Kehrmaschine, aber die pustet bloß alles in den Hang, dort bleibt der Müll dann liegen.“ Fischer will sich nun bei der Hamburger Stadtreinigung melden, die vom 23. März bis 1. April zur inzwischen 15. Runde der Aktion „Hamburg räumt auf“ aufruft.
Bereits 42.000 Menschen haben sich angemeldet, auch 16 Bergedorfer Initiativen sind dabei, 15 Gruppen aus Lohbrügge und vier aus Neuallermöhe. Spielplätze, Wanderwege und Schulgelände werden aufgeräumt. Auch die Wasserwirtschaft bekommt Hilfe: Nettelnburger Grundschüler räumen am Bille-Ufer, Kinder der Schule Sander Straße sind an den Brauereiteichen unterwegs. Eine andere Gruppe nimmt sich die Grünanlage am Neuallermöher Annenfleet vor. Und die Bergedorfer Wassersport-Jugend will die Dove-Elbe zwischen Krapphofschleuse und Allermöher Werft säubern.
Wer mitmachen will, kann sich an die Stadtreinigung wenden, die erreichbar ist unter Telefon (040) 25 76 25 73. Müllsäcke werden übrigens gestellt, bereits 25.000 sind angefordert.
14 Kommentare
Technofreak meint:
@Steffsen
... und dann woanders rumliegen.
Und was Techno damit zu tun? Bin selber Techno-"Freak" und würde noch nicht mal mein Kaugummi auf den Gehweg spucken.
Informant meint:
Das geht doch bei Zigarettenfilter los, die pure giftige Chemie sind und nicht einfach verrotten.
Jeder, der erwischt wird, wie er egal welchen Müll auch immer illegal entsorgt, müsste dazu verdonnert werden, ein Jahr neben seiner Hauptbeschäftigung auch für Sauberkeit in öffentlichen Räumen zu sorgen!
Olli meint:
Zum Glück sind Ein-Euro-Kräfte nicht mehr nach Belieben verfügbar. Vielleicht wollen aber Pohl oder Wehling dies zu solchen Konditionen erledigen.

Ansonsten sollte man wirklich mal nach Singapur oder auch New York gucken. "Zero Tolerance" hat erwiesenermaßen auch Nachteile, allerdings ist es ein Konzept, dass jeder verstehen und somit auch befolgen kann und das daher leicht anwendbar ist.

Onlineanzeigenannahme