27.02.12

Verkehrssicherheit

Harter Schlag gegen weiche Drogen

Bergedorf. Verkehrsteilnehmer, die sich nach dem Genuss von illegalen Drogen hinters Steuer setzen, gehen ab sofort ein deutlich höheres Risiko ein. Die Verkehrsdirektion der Hamburger Polizei stellte gestern ein neuartiges Gerät vor, mit dem Drogen schneller und verlässlicher als bisher anhand von Speichelproben nachgewiesen werden können. Von Thomas Voigt

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Foto: Thomas Voigt

Der Speicheltest wird auch bei mobiler Kontrolle angewendet.

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Polizeihauptkommissar Roßler führt den neuen Detektor vor.

Insgesamt zehn Drogentestgeräte "DrugTest 5000" des Lübecker Herstellers Dräger hat die Polizei in dieser Woche in den Dienst gestellt. Die Apparate zum Stückpreis von 4.500 Euro werden auf Polizeiwachen oder aber bei Schwerpunkt-Kontrollen auf der Straße in Kleinbussen der Polizei eingesetzt. Innerhalb von zehn Minuten erkennt ein "DrugTest 5000" anhand einer Speichelprobe, ob ein Auto-, Motorrad- oder Radfahrer Kokain, Opiate, Cannabis oder Amphetamine konsumiert hat. Juristische Beweiskraft hat das Testgerät allerdings nicht. Bei positiver Anzeige müssen die Beamten bei dem Betroffenen eine Blutprobe anordnen.

"Das neue Gerät stellt eine deutliche Verbesserung bei der Ermittlung von Drogensündern am Steuer dar", erklärt Michael Christens, Erster Polizei-Hauptkommissar der Hamburger Verkehrsdirektion. Zwar habe es auch schon vorher Speicheltests zur Überführung von Drogenkonsumenten gegeben. Diese hätten jedoch gerade die am häufigsten konsumierten Drogen Haschisch und Marihuana nicht zuverlässig nachgewiesen. In der Praxis der polizeilichen Strafverfolgung hätte dies dazu geführt, dass Tatverdächtige, bei denen der Speicheltest kein klares Ergebnis gezeigt hätte, nur bei schweren weiteren Verdachtsmomenten zur Blutprobe geschickt wurden. Bei nur leichtem Verdacht dagegen seien immer wieder mutmaßliche Cannabis-Sünder am Steuer durch die Maschen der Verkehrsermittler geschlüpft.

Auch dem häufig praktizierten Urintest zum Drogennachweis hat das neue Speicheltestgerät nach Christens' Worten einiges voraus: "Zum einen kann man mit Rücksicht auf das Schamgefühl des Betroffenen nicht an jeder Kontrollstelle eine Urinprobe verlangen. Zum anderen sind Drogen im Urin noch mehrere Tage nachweisbar, auch wenn sie die Fahrtüchtigkeit nicht mehr beeinträchtigen."

Laut Hamburger Polizeistatistik haben sich in den Jahren 2001 bis 2010 jährlich zwischen 70 und 119 Verkehrsunfälle aufgrund von Drogenkonsum ereignet. Annähernd 600 Personen wurden dabei in diesen zehn Jahren verletzt.

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