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"Bummelbaustelle": WSB macht Front gegen Fundus

Bergedorf. Die Kritik an Fundus wird lauter, seit Geschäftsführer Helmut Jagdfeld Mittwoch in Hamburg Verhandlungen abgebrochen hat, bevor zentrale Themen überhaupt erörtert waren. Investor und Hansestadt konnten sich nicht über eine Fundus-Bürgschaft für den Bau einer Zufahrtsrampe zur Tiefgarage unter der geplanten CCB-Erweiterung einigen.
Baustelle Bahnhof
Foto: Susanne Wieneke
Die Gründungsarbeiten für ZOB-Parkhaus und Bahnhofshalle sollen zu Monatsende beginnen. Wann auf dem Baufeld A (vorn) die Arbeiten für die CCB-Erweiterung beginnen, ist unklar.
Schwerer als der Streit um 200 000 Euro Bürgschaftssumme wirkt der Umstand, dass der Erwerb des alten ZOB durch den Investor noch immer nicht vollzogen ist.
"Wenn ich weder Rampe noch Tunnel baue, weiß ich nicht, was mit Baufeld A wird", hatte Jagdfeld nach den Verhandlungen gegenüber der Redaktion geäußert. Er hoffe, Hamburg zeige sich doch noch kompromissbereit - die Zeichen weisen jedoch immer stärker in die andere Richtung.
Baufeld A ist die Fläche, auf der Fundus die Erweiterung seines CCBs geplant hat. Um Bauzeit und Verkehrschaos zu verkürzen, hatten die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein eingewilligt, den alten ZOB vorzeitig zu räumen. Der erhoffte Zeitgewinn schmilzt jedoch immer weiter dahin.
"Angesichts des offenkundigen Stillstands von einer ,Bummelbaustelle' zu sprechen, halten wir für übertrieben", sagt Gero Tuttlewski, Vorsitzender der Bergedorfer Wirtschaftsinitiative WSB mit Blick auf Fundus. Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent um den Bahnhof zwingen immer mehr Geschäfte zur Aufgabe.
Für die Wirtschaft habe die Fertigstellung der B 5 Priorität, betont Tuttlewski. Dass täglich 20 000 Kraftfahrzeuge Bergedorf weiträumig umfahren, treffe Handel und Dienstleister schwer. "Der volkswirtschaftliche Schaden ist nicht hinnehmbar, umso weniger, als die B 5 Ende 2008 fertig sein sollte", kritisiert Tuttlewski den jüngst in Aussicht gestellten Termin, August 2009. Weil Fundus die Arbeiten am geforderten Fußgängertunnel entlang des Schleusengrabens gestoppt hat, liegt die Baustelle auf der Straße darüber seit Oktober still. Das Gezerre um die Anbindung einer CCB-Tiefgarage ans künftige ZOB-Parkhaus mag die WSB ebenfalls nicht akzeptieren: Vorrang habe die termingerechte Fertigstellung des neuen ZOB. "Wir werden uns im Bauablauf von Fundus unabhängiger machen", kündigt Bezirksamtsleiter Christoph Krupp Konsequenzen an - zumindest fürs ZOB-Parkhaus, die benachbarte Bahnhofshalle und den neuen Omnibusbahnhof auf dem Dach. "Herr Jagdfeld hat den Plan für 70 zusätzliche Parkplätze in einer CCB-Tiefgarage entwickelt", den habe der Bezirk gern unterstützt. Krupp: "Es wäre schade, wenn Fundus dieses Projekt fallen ließe. Damit stände aber nicht das gesamte Vorhaben infrage."

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