„MVGida“-Rede Eklat um Bergedorfer AfD-Kandidaten

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Bergedorf. Eklat um Bergedorfs AfD-Politiker Dr. Ludwig Flocken: Auf einer Demonstration des Pegida-Ablegers „MVgida“ in Schwerin am 26. Januar hat er in einer Rede vor etwa 400 Anhängern die Gegendemonstranten mit der SA verglichen.

Es ist ein Skandal, der die Hamburger AfD neun Tage vor der Bürgerschaftswahl ins Straucheln bringen könnte – und Auslöser war ausgerechnet ein Bergedorfer AfD-Kandidat: Dr. Ludwig Flocken.

Veröffentlicht wurde die Rede Flockens, der sich gestern dazu noch nicht äußern wollte, am Sonntag auf dem islamfeindlichen Internetportal „PI-News“, das in Bayern vom Verfassungsschutz überwacht wird. Dort heißt es, der Bergedorfer Orthopäde habe „eine aufrüttelnde Rede“ über die Positionen von Pegida gehalten. Danach folgt sein mit Nazi-Begriffen gespickter Beitrag im Wortlaut.

Flocken: „Leibstandarte Adolphine Schwesig“

Flocken öffnet in der Rede einen imaginären Mülleimer, in den er die Hakenkreuze der Nationalsozialisten, den roten Stern der Kommunisten und die Flagge des „Islamischen Staates“ wirft – aber auch die schwarzrote Flagge, der von ihm als „Linksfaschisten“ betitelten, „gewalttätigen“ und „intoleranten“ Gegendemonstranten.

In ihre Richtung sagt er: „Bei uns brauchen die Eliten Euch als Fußvolk, um die Menschen zusammenzuschlagen und einzuschüchtern. Ihr seid die neue SA, gesteuert und bezahlt von unseren Steuergeldern aus dem Familienministerium.“ Und weiter: „Weil seit einem Jahr auch Verfassungsfeinde im Auftrag der Regierung prügeln dürfen, heißt Ihr auch Leibstandarte Adolphine Schwesig.“

Wie weit rechts ist die AfD?

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts sieht in Flockens Rede den „Schulterschluss nach rechts“. Sein Auftritt zeige, dass die AfD ein Sammelbecken für Rechtsextreme sei – zumal die Schweriner Demonstration von einem Neonazi organisiert worden sei und ein Großteil der Teilnehmer dem Umfeld der NPD zugeordnet werden könne.

Bergedorfs AfD-Spitzenkandidat Dirk Nockemann indes distanziert sich von dem Vorfall: „Weder der Hamburger Landesverband der AfD noch unser Bergedorfer Bezirksverband haben bislang einen Vertreter zu einer „…gida“-Veranstaltung entsandt.“ Der Text der Rede Flockens sei ihm nicht bekannt. Flocken selbst wollte sich gestern dazu noch nicht äußern.

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