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Reise in die Vergangenheit: Schüler interviewen Seniorenheimbewohner

Lohbrügge. Schüler der Stadtteilschule Lohbrügge haben ein Treffen ganz unterschiedlicher Generationen mit den Bewohnern des Wilhelm Leuschner Seniorenzentrums erlebt. Die Porträts, die die Schüler anfertigten, sind jetzt in der Lola zu sehen.
Porträts erzählten Lebens
Foto: Voigt
Liana Rose (16, r.) und Ludmila Reisch (15) haben Werner Brügmann (87) in Text und Bild porträtiert. Der ist mit den Ergebnissen zufrieden: „Ja, ich erkenne mich wieder.“
„Er war Hitler persönlich begegnet und hat uns auch einiges über ihn erzählt. Er sprach davon, wie schwer ihm und vielen anderen Menschen die Kriegszeit fiel. Als er noch in die Schule ging, war es ganz anders als bei uns heutzutage. Damals wurden die Schüler noch geschlagen. Aber im Großen und Ganzen hat Herr Brügmann ein erfülltes und gutes Leben gehabt.“ Eine intensive Begegnung ganz verschiedener Generationen haben Schüler der Stadtteilschule Lohbrügge (SSL) und Bewohner des Wilhelm Leuschner Seniorenzentrums erlebt.
Etwa 20 junge Teilnehmer des SSL-Profilkurses 9/10 Kunst führten Interviews mit den Senioren, porträtierten dann ihre Gesprächspartner in Worten und mit Bildern. Die Ergebnisse sind seit dem Wochenende in der Galerie des Kulturzentrums „Lola“ zu sehen. Die Ausstellung „Porträts erzählten Lebens“ läuft bis zum 16. März an der Lohbrügger Landstraße 8.
Die Zeichnungen und Gemälde entstanden anhand von Fotos, welche die Schüler bei den Interviews anfertigten. „Es ist schon sehr spannend, auf welche Stilrichtungen sie dann zurückgriffen“, sagt Projektleiterin und Kunstlehrerin Elisabeth Hoinkis. „Expressionistisch, impressionistisch, flächig-kubistisch, Street Art im Graffiti-Stil oder Pop Art – die Bandbreite ist enorm.“ Schüler Dominik Krol (16) bekannte, es sei „gar nicht so einfach“ gewesen, alte Gesichter zu Papier zu bringen: „Man soll schließlich sehen, dass diese Menschen sehr viel erlebt haben.“ Esther Nürnberg (16) war beeindruckt von ihrer 99-jährigen Gesprächspartnerin Ingeborg Henriette Frieda Kruse: „Die alte Dame konnte zwar nicht mehr gut hören, aber wunderschön erzählen.“
Die Ausstellung ist Montag, Dienstag und Donnerstag von 15 bis 19 Uhr, Mittwoch von 10 bis 13 Uhr geöffnet.tv
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