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Neues Museumskonzept: "Feuer frei für gute Ideen"

Bergedorf. Die Vorzeichen sind kurios: Am Mittwoch will Bezirksamtsleiter Arne Dornquast seine Überlegungen zur Übernahme von Bergedorf-Museum und Rieck-Haus in bezirkliche Zuständigkeit präsentierten - doch die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) ist vorgeprescht.
Wegweiser
Foto: von Essen
Ein Bild mit Symbolcharakter: Wer diesem verdrehten Wegweiser am Serrahnwehr folgt, landet bestenfalls auf Umwegen im Museum.
Die Stiftung hat Bergedorfs bisherigen Museumsleiter vier Tag die Woche mit anderen Aufgaben betraut. Neueste Entwicklung: Die Kulturbehörde soll die Stelle dem Vernehmen nach dagegen als Vollzeitaufgabe werten.
Noch vergangenes Jahr hatte die damalige Stiftungschefin gar zusätzlichen Personalbedarf für Bergedorf konstatiert. Aktuell heißt es in der Stiftung nun, das Personal der Hamburger Museen sei knapp. Skeptiker fürchten, dass mit Bergedorfs Teilzeit-Museumsleiter Dr. Olaf Matthes auch seine Stelle nach Hamburg entschwinden soll.
Soweit darf es aus Sicht von Bergedorfer Politik und Verwaltung nicht kommen. "Wir brauchen für die Leitung eine Vollzeitstelle, das ist nicht verhandelbar", sagt Bezirksamtsleiter Dornquast. "Wir gehen für unsere Überlegungen davon aus, dass es bei der bisherigen Personalstärke bleibt, aus dem Bezirksamt könnte eine zusätzliche Stelle hinzukommen." Offenes Geheimnis: Ein solcher Mitarbeiter könnte sich um Organisation und Marketing kümmern.
Ziel ist eine "Bergedorfer Museumslandschaft", die zu Beginn aus Schloss und Rieck-Haus besteht. Erweiterungsmöglichkeiten sollen später geprüft werden. Dornquast: "Mit unseren Mühlen, dem Maler- und Lackierer-Museum und der Sternwarte hat Bergedorf Potenzial."
Was der Bezirk Mittwoch vorlege, sei kein abgeschlossenes Konzept, sondern ein Papier, um Eckpunkte zu definieren. "Wir legen eine abgewogene Diskussionsgrundlage vor. Dann heißt es Feuer frei für jeden, der gute Ideen beizutragen hat."
Bergedorfs CDU mahnt, zuerst die Rahmenbedingungen zu klären. "Eine leere Hülle ist nicht lebensfähig", sagt der Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Gladiator. "Das Bezirksamt muss sagen, wie viel Geld und Personal nötig sind, um das Museum vernünftig betreiben zu können."
Inwieweit sich der Vorstand der Bergedorfer Museumsfreunde in die anstehenden Diskussionen einbringt, ist schwer einzuschätzen. Einen Termin für ein angekündigtes Podium zur Zukunft des Museums gibt es nach Auskunft von Vereinsmitgliedern bislang ebenso wenig wie den für die Hauptversammlung. "Unabhängig davon, wie man zur Personalie Dr. Matthes steht - der Vorstand muss sich den Mitgliedern stellen", mahnt SPD-Kulturpolitikerin und Vereinsmitglied Peri Arndt. "Er darf die Hauptversammlung nicht vom Februar bis Sommer oder Herbst aufschieben."
Lange Zeit hatten Matthes-Freunde seine Bedeutung für das Museum betont. Seit bekannt ist, dass der Historiker künftig schwerpunktmäßig in Hamburg arbeitet, ist es ruhig geworden. "Derzeit forscht er, wie seine Versetzung an die Öffentlichkeit gelangen konnte", spötteln andere.
Für die Sondersitzung des Kulturausschusses (17.30 Uhr) rechnen die Verantwortlichen mit großem Interesse: Die Türen zwischen kleinem Rathaus-Saal und Spiegelsaal könnten sich öffnen, damit alle Gäste Platz finden.
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