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Ein Gelber Engel im Dauereinsatz

Bergedorf. Bei Minustemperaturen unter zehn Grad verdreifacht sich schon mal die Zahl der Autopannen - und damit die Zahl der Einsätze für die "Gelben Engel". Etwa 80 Einsatzfahrzeuge sind unterwegs. Meistens geht es darum, Starthilfe zu leisten, denn die Kälte legt die Autos lahm.
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ADAC Pannendienst
Foto: Voigt
Der "Gelbe Engel" muss auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein.
„Wir arbeiten immer noch volle Pulle“, sagt Jörg Weidlich. Auch mehr als eine Woche nach dem großen Kälteeinbruch hat der Chef des ADAC-Pannendienstes mit seinen Gelben Engeln alle Hände voll zu tun. „Wir fahren jetzt täglich bis zu 2000 Einsätze in allein in Hamburg“, sagt Weidlich. „Das sind etwa dreimal so viele wie normal.“ In den anderen ADAC-Pannendienstzentralen in Genzhagen bei Berlin, in Dormagen bei Köln, in Groß-Gerau bei Frankfurt/Main und in Landsberg bei München sieht es ebenso aus. Der Winter hat Deutschland fest im Griff, auch die Autofahrer und ihre Lieblinge. „Vier von fünf Einsätzen sind Starthilfe“, beschreibt Jörg Weidlich. „Ab zehn Grad minus machen viele alte Batterien schlapp.“
„SNA“ heißt es auch gegen ein Uhr mittags auf dem Display am Armaturenbrett von Peter Sörnsen. SNA steht für „springt nicht an“. Es ist sein erster Einsatz an diesem Tag, bis um 21 Uhr geht die Schicht des 57-jährigen Pannenhelfers. Mit seinem leuchtendgelben Ford S-Max setzt er sich Richtung Wentorf in Bewegung. Dort in der Straße Am Alten Exerzierplatz wartet Kulwinder Kaur mit ihrem Honda Civic sehnsüchtig auf ihn. „Gestern ist er noch angesprungen’“, sagt die aus Indien stammende Wentorferin, „heute habe ich die Batterie leergenudelt, und nichts ging.“ Das Auto steht vorwärts im Carport, Sörnsen zückt sein mobiles Starthilfegerät. „Das ist das wichtigste Werkzeug, denn die meisten Wagen stehen so, dass man vorn schlecht rankommt“, sagt er. Der Honda springt auf Anhieb an, Sörnsen empfiehlt dringend eine neue Batterie: „Ich habe zwar zehn Stück dabei, Ihre Größe aber nicht.“
Das Display zeigt zwei neue Aufträge, einen in Wohltorf und einen in Curslack, beides „SNA“. Peter Sörnsen meldet sich für die Curslacker Adresse, An der Böge, wo der Sangyong-Geländewagen von Lisa-Sophie Krüger den Dienst versagt. Mit Hilfe des Starthilfeköfferchens dreht zwar der Anlasser, aber der Diesel springt nicht an. „Da läuft wohl die Vorglühanlage nicht, wahrscheinlich müssen die Glühstifte erneuert werden“, vermutet der gelernte Autoelektriker. Er setzt nun schweres Gerät ein, verkabelt den Salon-Jeep mit der Überbrückungsanlage seines Fahrzeugs. Das hilft fast immer – auch hier. „Danke“, sagt Lisa-Sophie Krüger, nun kann ich noch zum Reiten fahren.“
Bis zu 15 Pannenhilfen schafft ein Gelber Engel wie Peter Sörnsen in einer Schicht. Etwa 80 Einsatzfahrzeuge von ADAC oder Auftragsfirmen sind im Großraum Hamburg unterwegs. Sörnsens nächster SNA-Einsatz ist vor der Bergedorfer Post. Dorthin hat es Ute Prüßmann aus Ochsenwerder mit ihrem 18 Jahre alten Peugeot 205 Cabrio geschafft. Aber nicht weiter. Die Batterie hat Mumm, daran liegt’s hier nicht. „Benzinpumpe“, meint Sörnsen, da sammeln sich bei alten Autos gern Eiskristalle drin und blockieren alles.“ Mit einem Gummihammer setzt er von unten gezielte Schläge gegen den Tank, schon springt der Wagen an. „Gute Fahrt!“
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