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Juwelier nimmt Räuber Messer ab

Lohbrügge. Ein 20-jähriger Mann hat am Donnerstagvormittag das Geschäft des Juweliers "Zieroth" an der Alten Holstenstraße überfallen. Der Täter bedrohte die Angestellten mit einem großen Messer und raubte Geld aus der Kasse. Er konnte sehr schnell festgenommen werden. Nach eigenen Angaben stand er unter Drogeneinfluss.
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Überfall Juwelier Zieroth Alte Holstenstraße Bergedorf
Foto: Neff
Das Juweliergeschäft "Zieroth" in der Lohbrügger Fußgängerzone wurde am Donnerstagvormittag überfallen.
"Das war kein Profi", ist sich Guntram Zieroth sicher. Dennoch zittert dem 63-jährigen Bruder des Inhabers ein wenig die Stimme, als er von dem Überfall berichtet. Es war exakt 10.45 Uhr, als der Räuber in das Geschäft stürmte. "Der muss den Laden vorher beobachtet haben", meint Zieroth. Den ganzen Morgen über seien immer Kunden in der "Schmuck-Börse" an der Alten Holstenstraße 26 gewesen. Als der vermummte Mann die Tür zum Juwelierladen aufriss, aber waren die vier Angestellten alleine.
"Der hat dann einen richtigen Hechtsprung über den Verkaufstresen gemacht", erinnert sich Zieroth. In der einen Hand hält der Täter ein großes Messer, mit der anderen hält er sich einen Schal vor das Gesicht, immer die Videokamera in der Ecke im Blick. Der Räuber bedroht eine Angestellte mit dem Messer. "Kasse auf - Geld her", schreit er. Doch die Angestellte erwidert, sie habe keinen Schlüssel.
"Dann ist er ins Hinterzimmer gestürmt und hat mich mit dem Messer bedroht", erzählt Guntram Zieroth: "Der klang sehr entschlossen." Daher öffnet Zieroth dem Räuber die Kasse. Und dieser macht einen entscheidenden Fehler: "Um in die Kasse zu greifen, hat er das Messer kurz auf den Tresen gelegt". Guntram Zieroth geift zu der Waffe. Nun ist der Juwelier bewaffnet, der Täter hilflos. Der Mann schnappt sich die großen Scheine - etwa 500 Euro - und rennt aus dem Laden, Zieroth hinterher: "Der junge Mann war viel schneller als ich. Er flüchtete die Fußgängerzone herunter in Richtung Finanzamt."
Die Polizei löst eine Großfahndung mit acht Funkstreifenwagen aus. Inzwischen erfährt der Chef, Burkhard Zieroth, von dem Überfall: "Ich war im Büro im ersten Stock, wollte gerade eine Werbeanzeige bei der Bergedorfer Zeitung aufgeben, als die Mitarbeiter um Hilfe riefen". Schnell sichtet der Chef die Videoaufzeichnungen aus dem Laden. Der Täter ist hervorragend zu erkennen.
Mit Ausdrucken der Videoüberwachung und einer detaillierten Täterbeschreibung sucht die Polizei in immer größerem Kreis nach dem Mann - mit Erfolg. In der Chrysanderstraße gelingt den Beamten der Landesbereitschaftspolizei die Festnahme des Tatverdächtigen. Dabei wird die gesamte Beute bei ihm sichergestellt.
Die weiteren Ermittlungen erfolgen durch das Raubdezernat im Landeskriminalamt. Der Beschuldigte hat in seiner Vernehmung die Tat eingeräumt, bei der er nach eigenen Angaben unter Drogeneinfluss stand. Das Ergebnis der daraufhin angeordneten Blutprobenentnahme steht noch aus. Der 20-jährige Tatverdächtige wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt.
2 Kommentare
Allermöher meint:
Sie müssen es ja wissen...?!?
Eine Anklage wegen schweren Raubes würde ich jetzt nicht als "nichts" bezeichnen.
Peter Richter meint:
Morgen wird er wieder freigelassen. Mehr passiert doch nicht

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