Einigung
Westibül darf nun plötzlich doch bleiben
Montag, 30. Januar 2012 14:51
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf-West. Es gibt wohl doch eine Chance für das Bürgerhaus Westibül: Die Vermieter stellten jetzt eine deutlich geminderte Miete und kürzere Vertragslaufzeiten in Aussicht. Dennoch wollen die Betreiber nach neuen Räumen Ausschau halten.

Foto: Herbst
Das Haus Christo steht einem Zusammenschluss immer noch offen gegenüber.
2012 ist das Schicksalsjahr der sechs Bergedorfer Bürgerhäuser – und es könnte gut ausgehen: Allen Kaputtspar-Szenarien zum Trotz, ließen die Verantwortlichen gestern beim Neujahrsempfang der mit Abstand teuersten Stadtteilbegegnungsstätte, des Westibül am Friedrich-Frank-Bogen, einen zarten Optimismus anklingen.
„Als positiv denkender Mensch bin ich mir sicher, dass wir auch 2013 und 2014 noch hier in unseren Räumen im Einkaufszentrum Bergedorf-West zum Neujahrsempfang laden“, sagte Fritz Manke, als Chef der Arbeitsgemeinschaft im Stadtteil Träger des 1993 gegründeten Westibül. Seine Zuversicht fußt auf einem Treffen mit dem Vermieter, der Hamburger Firma Rickmers Immobilien, vom Freitag: Die EKZ-Eigentümer erklärten sich bereit, die Miete von 50.000 Euro im neuen, ab August geltenden Vertrag deutlich zu reduzieren und nicht mehr auf eine Laufzeit von zehn Jahren zu pochen.
Damit wäre das Kernproblem des Westibül beseitigt, verschlang es doch bisher mit 150.000 Euro an jährlichen Zuschüssen für Betrieb und Miete mehr als die Hälfte des 283.000-Euro-Etats, den das Bezirksamt für alle sechs Bürgerhäuser ausgeben kann. Dabei gilt es – abgesehen von der Miete – als Vorbild. Denn nur im Westibül arbeiten ausschließlich Festangestellte. Die anderen fünf Häuser, das sind das P5 in Bergedorf-West, Haus „brügge" in Lohbrügge, Kulturheim Mittlerer Landweg in Billwerder sowie Bürgerhaus Allermöhe und KulturA in Neuallermöhe müssen den Betrieb mit Ein-Euro-Jobbern, sogenannten Arbeitsgelegenheiten, sicherstellen.
Entsprechend positiv wurde die Bewegung in den Mietverhandlungen von Sven Dahlgaard aufgenommen. Und der für die Bürgerhäuser zuständige Fachamtsleiter im Bezirksamt machte beim Neujahrsempfang auch den anderen fünf Treffs Hoffnung: „Bergedorf hat gerade 50 zusätzliche Arbeitsgelegenheiten von der Sozialbehörde zugestanden bekommen. Die werden auch in den Bürgerhäusern eingesetzt“, erwartet Dahlgaard, der zudem hofft, dass Hamburg nach der aktuellen Evaluation aller 25 Bürgerhäuser mehr Geld nach Bergedorf überweist. Bisher kommen hier nur 0,5 Prozent der stadtweit ausgeschütteten 5,8 Millionen Euro an.
Ob das Westibül durch das Entgegenkommen des Vermieters nun bleiben darf, müssen Träger-Vorstand, Bezirk und Bezirksversammlung entscheiden. Manke denkt aber bereits weiter: „Wir werden die paar Jahre Ruhe nutzen, um nach neuen Räumen zu suchen.“ Dafür käme das benachbarte Haus Christo samt der ehemaligen St.-Christophorus-Kirche in Frage, sofern dort umgebaut würde. „Besser investiert wäre das Geld in einem Neubau“, erinnert Manke an Pläne aus den 90er-Jahren
Bergedorfer Zeitung Online
Artikelkommentare abonnieren
Kommentar abgeben
Noch kein Kommentar abgegeben

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche













