Wintereinbruch
-10 Grad - Nächste Woche kommt sibirischer Frost
Freitag, 27. Januar 2012 17:10
- Von Thomas Voigt
Bergedorf/Geesthacht. Wer hätte das noch gedacht? Der Frühling schien schon so greifbar nah. Aber jetzt: Frostiger Wind, Eisblumen an der Scheibe, fünf Zentimeter hoher Schnee auf Straßen und Wegen – der Winter ist da. Von heute an wird es nach seiner Prognose täglich um ein bis zwei Grad kälter.
Mehr als einen Monat nach dem kalendarischen Winteranfang hat offenbar auch
Petrus gemerkt, welche Jahreszeit wir haben. Bis minus drei Grad sanken in
der Nacht zu gestern die Temperaturen in Hamburg. Und das war erst der
Anfang, meint Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Online-Portal Wetter.net
in Wiesbaden. „Der Last-Minute-Winter nimmt Fahrt auf“, kündigt der Experte
an, „in den nächsten Tagen wird es richtig kalt. Und so bleibt es dann
mindestens bis Mitte Februar.“ Dienstag und Mittwoch sollen die Temperaturen
dann die Minus-10-Grad-Marke unterschreiten.
Grund für den späten Wintereinbruch ist das bärenstarke Hochdruckgebiet
„Cooper“, das von Russland zu uns herüberkommt und ganz Deutschland in Eis
hüllt. „Das geht sogar bis Norditalien und Kroatien runter“, sagt Dominik
Jung. „Moskau hatte letzte Woche noch minus drei Grad, heute sind es schon
minus 15, und für Dienstag rechnen sie dort mit minus 30 Grad. Da kommt kein
Atlantik-Tief gegen an.“
Was für uns den Vorteil hat: Es wird in den nächsten Tagen wenig
Niederschläge, kaum neuen Schneefall geben. Spätestens ab Dienstag genießen
wir winterliches Kaiserwetter – trocken, kalt und sonnig.
In Hamburg und Schleswig-Holstein hat der gestrige Winterstart den
Berufsverkehr behindert und zu Glätteunfällen geführt. Mehr als 100mal
krachte es bis zum Morgengrauen. Autofahrer im Raum Bergedorf blieben laut
Polizei von Glatteisunfällen verschont. Dagegen spürte der ADAC den
Kälteeinbruch sehr genau. „Wir hatten bis zehn Uhr morgens in Hamburg 215
Einsätze, die meisten davon waren Starthilfe“, sagt Helmut Hastig,
stellvertretender Regionalleiter Nord der ADAC-Pannenhilfe an der
Kurt-A.-Körber-Chaussee. „Das sind etwa 25 Prozent mehr als an normalen
Tagen.“ Mit richtig viel Arbeit rechnet der ADAC-Mann am Montagmorgen:
„Unter minus fünf Grad machen viele Batterien schlapp. Wir werden am Montag
mehr als 400 Mal rausmüssen.“
Nach jüngsten Erkenntnissen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und
Meeresforschung in Bremerhaven könnte die Klimaerwärmung in der Arktis
vermehrt zu kalten Wintern in Mitteleuropa führen: Weniger Frost über dem
Pol saugt weniger warme atlantische Luftmassen in den mitteleuropäischen
Raum.




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http://yowindow.de/weather.php#location_id=gn:2911298&ln=Hamburg
(kann man auch Sibirien einbauen)