Suchaktion
Polizeitaucher suchen im Serrahn nach Tatwaffe
Donnerstag, 26. Januar 2012 14:10
Bergedorf. Die Tauchergruppe der Polizei hat am Donnerstagmittag den Grund des Serrahns abgesucht. Von der Schleusenbrücke aus sollen zwei nach einer Schlägerei flüchtige Täter etwas ins Hafenbecken geworfen haben. Die Kripo hat daher Taucher angefordert, um nach der Tatwaffe zu suchen.
Nur drei Grad hat das Wasser im Bergedorfer Hafenbecken, doch davon durften
sich die Polizeitaucher nicht abschrecken lassen. In Neopren- und
Trockentauchanzügen stiegen die vier Männer und eine Frau der Tauchergruppe
ins Wasser. Ausgerüstet mit starken Tauchlampen, denn auf dem steinigen
Grund des Serrahns ist es stockdunkel.

Foto: Voigt
Polizeikommissar Kai Koch (stehend) und sein Team kämpften mit der Kälte.
Fast zwei Stunden lang suchten die Polizeitaucher das Gebiet vor dem Wehr zum
Schlossteich ab. Ein Beamter sicherte die Tauchergruppe von der Brücke aus.
Bergedorfs Kripochef Axel Podlech und der Sachbearbeiter des Falls
beobachteten die Suchaktion von der Serrahnstraße aus.
Hintergrund des ungewöhnlichen Wassereinsatzes: Vor der Restaurantkneipe
„Lavastein“ an der Serrahnstraße war es in der Nacht zum 14. Januar gegen 2
Uhr zu der blutigen Attacke gekommen. Ein 26- und ein 25-jähriger Mann
hatten zwei andere männliche Gäste (31 und 23) vor die Tür gelockt und dann
überraschend mit roher Gewalt auf sie eingedroschen. Dabei erlitt der
31-Jährige mehrere Jochbein- und Nasenbeinbrüche, kam erst gestern aus dem
Krankenhaus. Die beiden Tatverdächtigen wurden kurz nach dem Vorfall in der
Alten Holstenstraße festgenommen. Zeugen sahen, wie die zwei Tatbeteiligten
etwas in das Hafenbecken warfen. Wegen der Schwere der Verletzungen gehen
die Ermittler davon aus, dass dies möglicherweise die Tatwaffe war, mit der
einer der Männer zuschlug.
"Wir wissen nicht genau wonach wir suchen", erklärt Kripochef
Podlech. Aber die Taucher brachten einige verdächtige Gegenstände an die
Wasseroberfläche: Ein Hammer, ein Nothammer aus einem Bus, ein Eisenrohr,
eine Billiardkugel, ein Fahrradschloss und eine Pistole. Bei der Schusswaffe
handelt es sich aber um eine Spielzeugpistole aus Plastik. "Auch die
anderen Gegenstände stehen vermutlich nicht mit unserem Fall in Zusammenhang",
vermutet Podlech. „Die gesuchte Tatwaffe ist sicherlich nicht dabei. Wer
geht denn schon mit einem Hammer in der Jacke ins ,Lavastein’? Auch einen
Billardtisch gibt es da nicht, wenn ich richtig informiert bin. Aber das
werden wir noch überprüfen.“
Der Tauchereinsatz der Polizei wurde von zahlreichen Schaulustigen auf der
Brücke und am Serrahnufer beobachtet. Die Ermittlungen im Fall der
Schlägerei dauern an.tv/cn













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