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Bergedorfs Schloss bald nur noch Postkartenmotiv?

Bergedorf. Kaum wird am Konzept für die Übernahme des Bergedorf-Museums gearbeitet, schafft die noch für das Schloss zuständige Stiftung Historische Museen Tatsachen. Museumsleiter Dr. Olaf Matthes ist mit neuen Aufgaben in Hamburg betraut worden.
Das Schloss beherbergt seit 1955 das Museum für Bergedorf und die Vierlande.
Foto: bergedorf-fotos.de
Das Schloss beherbergt seit 1955 das Museum für Bergedorf und die Vierlande.
Im Tauziehen um die Zukunft des Bergedorf-Museums im Schloss droht dessen Chefposten abhandenzukommen. „Herr Matthes ist ab 1. Januar 2012 nur noch einen Tag in Bergedorf, um die dortigen Angelegenheiten zu erledigen und die Betreuung des Schlosses zu gewährleisten“, heißt es im Protokoll der jüngsten Museumskonferenz, das unserer Zeitung vorliegt.
Das Gremium des Museums für Hamburgische Geschichte dient der internen Mitarbeiter-Information und bezieht auch das Team des Museums für Bergedorf und die Vierlande mit ein, das dort als Abteilung geführt wird. Seit Monaten schon war hier bekannt, dass Dr. Olaf Mathes die Hälfte seiner Dienstzeit nicht im Schloss, sondern im Haupthaus am Holstenwall arbeitet. Allerdings „für Bergedorf“, wie es hieß.
Bergedorf Beer
Foto: Christina Rückert
Dr. Olaf Matthes ist seit 2001 Museumsleiter.
Das ist jetzt anders, führt die Protokoll-Notiz aus: Im Hamburg-Museum übernehme er jetzt „Aufgaben in der Einzelblatt-Sammlung, koordiniert das Projekt zur Provenienzforschung (Zuordnung von Büchern aus ehemals jüdischem Besitz) und betreut das Archiv“. Ihm werde dort „bis auf weiteres“ ein fester Arbeitsplatz eingerichtet.
Für Helmut Sander, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Historische Museen Hamburg, ist das kein ungewöhnlicher Vorgang: „Herr Dr. Matthes bleibt Leiter der Abteilung Bergedorf-Museum“, sagte sein Sprecher Jan Haack gestern. Zu den Dienstzeiten, die ihm dafür jetzt noch zur Verfügung stehen, mache die Stiftung aber keine Angaben. „Jedenfalls schlagen wir hier keine Pflöcke ein, um auf die Herauslösung einzelner Häuser aus dem Stiftungsverbund Einfluss zu nehmen“, ergänzte Haack.
Genau das aber wird im Bergedorfer Bezirksamt befürchtet. Dort arbeitet ein kleines Team um Leiter Arne Dornquast seit einigen Wochen daran, ein Konzept zur Herauslösung des Bergedorf-Museums aus dem Museum für Hamburgische Geschichte und dem gesamten Stiftungs-Verbund zu erstellen. Grundlage ist der Bürgerschaftsbeschluss vom November, Ziel die Überführung in die Zuständigkeit des Bezirksamts zum Jahreswechsel 2012/13.
Doch was wird dann übertragen? Bleiben neben Hausmeister und Technischem Leiter auch die Stellen des Leiters, seiner Assistentin und der Dokumentarin im Schloss erhalten? Bezirksamts-Sprecher Dr. Andreas Aholt zeigte sich gestern überrascht von den Entscheidungen hinter den Kulissen: „Uns wurde nichts davon mitgeteilt. Obwohl es bereits mehrfach Gelegenheit dazu gegeben hätte.“
Auch Arne Dornquast ist erstaunt: „Die Information, dass Herr Dr. Matthes den Schwerpunkt seiner Arbeit verlagert, kommt überraschend. Das Bezirksamt erwartet, dass dies weder einen Einfluss auf die Qualität der Vorbereitungsarbeiten bezüglich der anstehenden Ausstellung zur 850-jährigen Geschichte Bergedorfs haben wird, noch die Planung der avisierten Folgeausstellung zu Hermann Distel beeinflusst.“
Und Dornquast macht auch klare Ansagen, wie er sich die Zusammenarbeit für das Zukunftskonzept des Museums in den kommenden Wochen vorstellt: „Wir sind guten Mutes, dass die Stiftung mit dem Bezirksamt in einen konstruktiven Austausch eintritt. Wir führen hierzu bereits Gespräche mit der Stiftungsleitung. Dort wird dann auch über die Aufgabenwahrnehmung von Herrn Dr. Matthes zu sprechen sein.“
2 Kommentare
biederman meint:
das Ding eignet sich doch auch ideal fürn Studentenwohnheim
Methusalem meint:
Wie gut, dass O. Matthes nicht auch noch ein politisches Amt wahrnimmt, das Zeit von seiner Arbeitszeit beanspruchen würde.

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